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Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) – Symptome, Behandlung, Diagnose

Das chronische Erschöpfungssyndrom (myalgische Enzephalomyelitis) wird auch Chronic-Fatigue-Syndrom (CFS) genannt. Es zeichnet sich durch einen dauerhaften Erschöpfungszustand mit begleitendem Krankheitsgefühl aus, der länger als sechs Monate andauert.

Das chronische Erschöpfungssyndrom ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, wie zum Beispiel:

myalgische Enzephalomyelitis (ME)
Chronic-Fatigue-Syndrom (CFS)
chronisches Müdigkeitssyndrom



Durch die lähmende körperliche und geistige Erschöpfung kommt es bei den Betroffenen zu einer verminderten Leistungsfähigkeit und körperlichen Beschwerden, die von Kopfschmerzen über
Schlafstörungen (z.B. Ein- und Durchschlafstörungen) bis hin zu
Magen-Darm-Problemen reichen.
Die Betroffenen finden zudem keine Erholung im Schlaf.

Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) Diagnose


Die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms wird mittels intensiver Untersuchungen und vor allem durch den Ausschluss anderer infrage kommender Erkrankungen gestellt. Manchen Ärzten ist die Erkrankung jedoch kaum bekannt. Viele Patienten kommen deshalb erst nach einer regelrechten Ärzte-Odyssee zu einer Diagnose.
Aktuell gibt es in Deutschland noch keine einheitliche, wissenschaftliche Definition für das chronische Erschöpfungssyndrom, das sich durch sehr unterschiedliche Symptome äußern kann.

Symptome Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)

Das chronische Erschöpfungssyndrom zeichnet sich vor allem durch einen stark belastenden Erschöpfungszustand mit begleitendem Krankheitsgefühl aus, der plötzlich beginnt und länger als sechs Monate andauert. Auch nach ausreichend Schlaf fühlen sich Betroffene nicht erholt.

Charakteristische Symptome des Chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS) sind:

eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung, die plötzlich beginnt und die dazu führt, dass Betroffene ihre gewohnten Aktivitäten um bis zu 50 Prozent oder mehr verringern.
Die Beschwerden bestehen seit sechs Monaten oder länger.
Schlaf und Schonung führen bei den Betroffenen zu keinerlei Erholung und verbessern den Zustand nicht.


Die Erschöpfung oder Müdigkeit, die die Patienten empfinden, ist keinesfalls mit jener Müdigkeit zu vergleichen, die gesunde Menschen nach paar schlaflosen Nächten oder nach einem anstrengenden Arbeitstag empfinden.

Typisch für das chronische Erschöpfungssyndrom ist zudem, dass bereits durchschnittliche körperliche oder psychische Belastungen den Erschöpfungszustand verschlimmern. Die Verschlechterung tritt teilweise nicht sofort nach der Belastung auf, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu 12 bis 48 Stunden und kann einige Tage oder Wochen andauern.

Darüber hinaus können verschiedene weitere Symptome auftreten, wie zum Beispiel:

  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Muskelschwäche
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Fieber und / oder Frösteln
  • geschwollene Lymphknoten
  • Schlafstörungen (z.B. Ein- und Durchschlafstörungen, Schlaflosigkeit, gesteigertes Schlafbedürfnis)
  • Magen-Darm-Krämpfe
  • Reizdarm-Syndrom
  • Benommenheit
  • Reizbarkeit
  • depressive Verstimmungen



Die ständige, unerklärliche Erschöpfung kann den Lebensalltag stark beeinträchtigen.
Die Ausprägung des chronischen Erschöpfungssyndroms ist individuell sehr verschieden. Während einige Betroffene eine schwächere Form der Erkrankung haben, sind andere Patienten so schwer beeinträchtigt, dass ein normaler Alltag kaum noch möglich ist. In Deutschland gibt es bislang noch keine offizielle Einteilung in Schweregrade.

Häufigkeit des chronische Erschöpfungssyndrom



Über die Häufigkeit des chronischen Erschöpfungssyndroms in Deutschland gibt es keine genauen Zahlen – man vermutet jedoch, dass etwa 300.000 Menschen betroffen sind. In den USA sollen Schätzungen zufolge mehr als vier Million Menschen am chronischen Erschöpfungssyndrom erkrankt sein. Insgesamt scheint die Erkrankung Frauen häufiger zu betreffen als Männer.

Auslöser und Ursachen für das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS)



Als mögliche Auslöser des chronischen Erschöpfungssyndroms werden unter anderem chronische Infekte insbesondere durch Viren diskutiert. Was jedoch die tatsächlichen Ursachen der Erkrankung sind, ist bislang nicht vollständig geklärt.

 Das chronische Erschöpfungssyndrom ist immer noch wenig erforscht. Bisherige Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass es sich um eine sogenannte Multisystemerkrankung handelt, also eine Erkrankung, an der mehrere Organbereiche beteiligt sind. Vermutlich entsteht das chronische Erschöpfungssyndrom durch eine Fehlregulation von Immunsystem, Nervensystem und zellulärem Energiestoffwechsel.



Bislang ist noch vollständig nicht geklärt, welche Ursachen das chronische Erschöpfungssyndrom (myalgische Enzephalomyelitis, Chronic-Fatigue-Syndrom, chronisches Müdigkeitssyndrom) hat. Es wird vermutet, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren Auslöser für das chronische Erschöpfungssyndrom ist. Hierbei ist es wichtig, Auslöser nicht mit Ursachen gleichzusetzen.

Diskutiert werden als Auslöser unter anderem:

  • Infektionskrankheiten
  • Fehlfunktionen des Immunsystems
  • psychische Belastungen
  • spezielle Form des niedrigen Blutdrucks (sog. neurogene orthostatische Hypotonie, ’neurally mediated hypotension‘)
  • Nährstoffmangel
  • Giftstoffe


Verschiedene Infektionskrankheiten beziehungsweise Krankheitserreger standen in der Vergangenheit immer wieder als mögliche Auslöser für das chronische Erschöpfungssyndrom zur Debatte, so Viren wie zum Beispiel:

  • Epstein-Barr-Viren (EBV, pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Rubella-Viren (Röteln) 
  • bestimmte Herpes-Viren
  • Dengue-Viren
  • XMRV (Xenotropic murine leukemia virus-related virus)
  • Bakterien, wie z.B.
  • Chlamydien
  • Legionellen (Legionärskrankheit)
  • Coxiellen
  • Rickettsien
  • Bartonellen
  • Pilze, wie z.B.
  • Candida albicans (Soor, Candidose)
  • Mykoplasmen (Lungenentzündung)


Allerdings gibt es bisher keinen eindeutigen Nachweis dafür, dass ein einzelner Krankheitserreger tatsächlich der Auslöser für ein späteres chronisches Erschöpfungssyndrom ist. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Infektionskrankheiten zum Entstehen einer myalgischen Enzephalitis beitragen können.

Für kurze Zeit hielt man das sogenannte XMR-Virus (XMRV, Xenotropic murine leukemia virus-related virus) für den Auslöser des chronischen Erschöpfungssyndroms. Mittlerweile hat man das Virus jedoch wieder ausschließen können. Man vermutet, dass die Proben der Studie Verunreinigungen enthielten – die Autoren zogen Teile ihrer Studie deswegen zurück. In neueren Studien ließ sich XMRV nicht mehr bei Betroffenen nachweisen.

Andere Wissenschaftler vermuten, dass das chronische Erschöpfungssyndrom durch verschiedene Fehlfunktionen des Immunsystems (Immundefekte) entsteht. Auch allergische Erkrankungen und eine dadurch bedingte ständige Aktivierung des Immunsystems spielen möglicherweise eine Rolle.

Psychische Belastung ein Auslöser für  chronische Erschöpfung (CFS) ?



Neben akuten Belastungen wie Infektionen scheinen auch psychische Belastungen als Auslöser infrage zu kommen. Viele Betroffene berichten von belastenden Lebenserfahrungen vor Beginn des chronischen Erschöpfungssyndroms, wie zum Beispiel dem Tod eines nahestehenden Menschen oder einer Trennung.

Mangelnde und falsche Ernährung –  Chronische Erschöpfung (CFS)



Manche Experten vermuten eine einseitige Ernährung als Auslöser für das chronische Erschöpfungssyndrom. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise, die belegen, dass eine einseitige Ernährung beziehungsweise ein Nährstoffmangel Ursache des chronischen Müdigkeitssyndroms sein könnte.

Ebenfalls ungeklärt ist, ob Giftstoffe aus dem Lebensumfeld des Betroffenen Auslöser des chronischen Müdigkeitssyndroms sein können.

Das chronische Erschöpfungssyndrom (myalgische Enzephalomyelitis, Chronic-Fatigue-Syndrom) ist ein komplexes Krankheitsbild, das die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen oft jahrelang massiv beeinträchtigt.


Chronisches Erschöpfungssyndrom verschiedene Ausprägungen



Das britische Gesundheitsministerium beispielsweise unterscheidet folgende Abstufungen:

leichte Ausprägung: Das chronische Erschöpfungssyndrom schränkt den Alltag nur zum Teil ein. Die Betroffenen können sich immer noch um sich selbst und ihren Haushalt kümmern, wenn auch unter leichten Schwierigkeiten. Die meisten können ihren Beruf noch ausüben, was jedoch viel Energie kostet. Viele schrauben deshalb alle anderen Aktivitäten immer mehr zurück und verwenden ihre Freizeit inklusive des Wochenendes vor allem darauf, genug Energie zu sammeln, um die nächste Woche bewältigen zu können.


mittlere Ausprägung: Der Alltag und die Mobilität sind durch die Erkrankung deutlich eingeschränkt und viele Betroffene nicht mehr fähig, ihrem Beruf nachzukommen. Immer wieder sind Ruhepausen über den Tag notwendig, Betroffene kommen tagsüber oft nicht ohne ein bis zwei Stunden Schlaf aus. Der Nachtschlaf ist gestört und meist von schlechter Qualität.


schwere Ausprägung: Betroffene können nur noch kleinste Aufgaben bewältigen (z.B. Gesicht waschen, Zähne putzen), Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit sind stark beeinträchtigt. Möglicherweise ist ein Rollstuhl notwendig. Das Zuhause können sie kaum noch verlassen und wenn, verschlechtert die Anstrengung die Beschweren danach deutlich.
Wenn Freunde, Bekannte oder sogar Ärzte Sätze äußern wie „ja, ich bin auch oft müde“, lässt das Betroffene mitunter verzweifeln. Wird ihnen damit doch unterstellt, man stelle sich nur an und müsse sich einfach nur mal zusammenreißen. Zudem mutmaßen manche, der Betroffene würde simulieren.

Außenstehenden fällt es oft sehr schwer oder ist es sogar fast unmöglich, die Beschwerden und das Ausmaß der Erschöpfung nachzuvollziehen – insbesondere, da man den Betroffenen häufig nicht ansieht, wie schlecht es ihnen tatsächlich geht. Das Unverständnis des persönlichen Umfelds und das ständige sich erklären oder rechtfertigen müssen belastet viele Betroffene zusätzlich.

Andere Krankheiten ausschließen



Das Krankheitsbild des chronischen Erschöpfungssyndroms (myalgische Enzephalomyelitis, Chronic-Fatigue-Syndrom) ähnelt auf den ersten Blick dem einiger anderen Erkrankungen, wie etwa Infektionen der inneren Organe (z.B. Hepatitis oder Tuberkulose), einer Schilddrüsenunterfunktion oder allergischen Erkrankungen. Daher muss der Arzt zuerst andere Erkrankungen ausschließen, bevor er ein chronisches Erschöpfungssyndrom in Erwägung ziehen kann.

Um sicherzugehen, dass keine anderen Krankheiten, hormonelle Veränderungen oder auch ein Nährstoffmangel beim Betroffenen vorliegen, nimmt der Arzt in der Regel verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen vor. Er klärt außerdem eventuell bestehende allergische Erkrankungen ab.

Blutuntersuchungen können zum Beispiel zeigen, ob beim Betroffenen eine akute oder länger zurückliegende Infektion vorliegt, wie z.B. pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus). Bei etwa jedem dritten Betroffenen mit chronischem Erschöpfungssyndrom ist das EBV-Virus nachweisbar
Entzündungswerte erhöht sind. Häufig ist die Zahl der Lymphozyten bei den Betroffenen zu niedrig oder man findet aktivierte T-Zellen vor. C-reaktives Protein (CRP) und Blutsenkungsgeschwindigkeit sind dagegen meist unauffällig.
ein humoraler Immundefekt vorliegt, also Antikörper (Immunglobuline) oder spezielle Abwehrstoffe (z.B. MBL, ein Faktor, der das Komplementsystem aktiviert) in zu geringer Zahl vorkommen. Solche Immundefekte finden sich bei etwa jedem zweiten Betroffenen. Andererseits sind bei etwa jedem zehnten Betroffenen bestimmte Immunglobulinklassen vermehrt vorhanden.
das zelluläre Immunsystem beeinträchtigt ist. Bei einigen Betroffenen ist die Funktion spezieller Abwehrzellen (der sog. natürlichen Killerzellen) herabgesetzt.
die Mitochondrien (die „Kraftwerke“ der Zellen) richtig funktionieren. Teilweise ist die Konzentration des Energiebausteins ATP bei den Betroffenen zu niedrig.
Auch die Lebensumstände des Betroffenen sollten für eine Diagnose näher unter die Lupe genommen werden: Bestehen ständige Stresssituationen? Liegt möglicherweise eine depressive Verstimmung oder Depression vor?

Chronisches Erschöpfungssyndrom – Checkliste


Für ein chronisches Erschöpfungssyndrom sprechen folgende Kriterien:

  • Die Beschwerden bestehen seit über sechs Monaten.
  • Die permanente Erschöpfung führt zu deutlichen Einschränkungen im beruflichen und privaten Bereich.
  • Der Erschöpfungszustand bessert sich auch nach Schlaf und Schonung nicht.
  • Permanente Überlastung scheidet als Ursache aus.
  • Das Beschwerdebild besteht nicht schon lebenslang, sondern es gibt einen eindeutigen zeitlichen Beginn.
  • Neben der lähmenden Erschöpfung treten zusätzlich allgemeine Beschwerden wie vermehrte / ungewohnte Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, geschwollene Lymphknoten oder Erkältungsähnliche Symptome auf.

Chronische Erschöpfungssyndrom Behandlung –  Was Sie tun können, Tipps, Medikation, Behandlung



Da die Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms (myalgische Enzephalomyelitis, Chronic-Fatigue-Syndrom) noch nicht vollständig geklärt sind, richtet sich die Therapie nach dem individuellen Beschwerdebild und versucht vor allem, die Symptome zu lindern.

Symptom-orientierte Behandlung



Neben der lähmenden körperlichen und geistigen Erschöpfung können beim chronischen Erschöpfungssyndrom zahlreiche weitere Symptome in unterschiedlicher Stärke auftreten. Je nachdem, welche Beschwerden den Betroffenen individuell am meisten beeinträchtigen, können diese in Absprache mit dem Arzt behandelt werden. Häufige begleitend auftretende Probleme sind zum Beispiel:

  • Schlafstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • depressive Verstimmungen


Ob und welche Medikamente helfen können, muss der Arzt entscheiden.

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

Viele Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom belasten vor allem die Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Hier können unter anderem Meditations- und Entspannungsübungen die Beschwerden verbessern – aber auch einfache Gedächtnisstützen sind hilfreich, etwa in Form eines Terminplaners. Medikamentös kann eine Behandlung mit dem Wirkstoff Methylphenidat infrage kommen.


Schmerztherapie



Im Verlauf eines chronischen Erschöpfungssyndroms berichten viele Betroffene von schmerzhaften Beschwerden, wie zum Beispiel:

Muskel- und Gelenkschmerzen, aber auch
Kopfschmerzen oder einer
Überempfindlichkeit der Haut, bei der bereits leichte Berührungen als Schmerz wahrgenommen werden.
In solchen Fällen können schmerzlindernde Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol helfen. Bei Muskelschmerzen wirken sich teilweise Wirkstoffe wie Alpha-Liponsäure oder Acetylcystein positiv aus. Liegen schmerzhafte Beschwerden ähnlich einer Fibromyalgie vor, kann der Wirkstoff Pregabalin infrage kommen. Je nach individueller Situation ist abzuwägen, ob ein Schmerztherapeut hinzugezogen werden sollte.

Bestehende Schmerzen lassen sich möglicherweise auch ohne Medikamente behandeln, zum Beispiel mit:

  • Physiotherapie
  • Massage
  • Wärmebehandlungen
  • Hydrotherapie
  • Entspannungstechniken
  • Akupunktur



Entspannungstechniken



Entspannungstechniken können dabei helfen, die Beschwerden bei chronischem Erschöpfungssyndrom zu lindern, indem sie Anspannung und Stress abbauen, etwa mit:

  • progressiver Muskelentspannung
  • Atemübungen
  • autogenem Training
  • Yoga
  • Tai-Chi
  • Qigong
  • Massagen


Psychologische Unterstützung



Das chronische Erschöpfungssyndrom scheint keine psychische Erkrankung zu sein oder etwa die Folge einer Depression. Durch die Belastungen des chronischen Erschöpfungssyndroms können beim Betroffenen jedoch im Verlauf

Ängste,depressive Verstimmungen oder Depressionen entstehen.
Viele Patienten empfinden zudem einen hohen Leidensdruck sowie Gefühle der Wut oder Verzweiflung über die Leistungseinschränkung, die häufig mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom einhergeht. Eine psychologische Betreuung kann die Betroffenen zwar nicht heilen, ihnen aber dabei helfen, mit der Erkrankung zurechtzukommen. Ob und welche Antidepressiva infrage kommen, muss der Arzt entscheiden.

Kognitive Verhaltenstherapie



Mithilfe der kognitive Verhaltenstherapie, einer Form der Psychotherapie, lassen sich ungünstige Denkmuster oder Verhaltensweisen aufdecken, die zu einer nachteiligen Stressverarbeitung führen. Ob die kognitive Verhaltenstherapie Betroffenen mit chronischem Erschöpfungssyndrom dabei helfen kann, die Symptome zu lindern, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Während einige Studien zu dem Ergebnis kommen, dass die kognitive Verhaltenstherapie positive Auswirkungen auf das Krankheitsbild hat, zeigen andere Studien, dass sie keine Effekte hat oder sogar eine Verschlimmerung bewirkt.


Bewegung und Sport gegen chronische Erschöpfung



Viele Betroffene mit chronischem Erschöpfungssyndrom beginnen, sich permanent zu schonen. Sie trauen sich kaum noch körperliche Aktivitäten zu – aus Angst, die extreme Erschöpfung dadurch weiter zu steigern.

Ob gemäßigte körperliche Bewegung die Beschwerden lindern kann, ist nicht eindeutig geklärt – Studien zu diesem Thema kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Einigen Studien zufolge geht es manchen Betroffenen durch leichte Bewegung besser – oder jedenfalls nicht schlechter. Andere Studien kommen zu dem Schluss, dass bereits gemäßigte regelmäßige Bewegung die Erschöpfung nachteilig beeinflusst und eher steigert. Möglicherweise liegt dies an abweichenden Reaktionen des Immunsystems: Neuere Ergebnisse zeigen, dass die Immunantwort auf Bewegung im Vergleich zu Gesunden bei Betroffenen anders abläuft.

Eine Empfehlung für gemäßgte Bewegung lässt sich daher nicht generell aussprechen. In jedem Fall sollten die eigenen Grenzen dabei berücksichtigt werden. Ein Training sollte also unbedingt nur jeweils soweit ausgeführt werden, dass sich keine weitere Erschöpfung einstellt.

Was dabei das richtige Maß an Aktivität und Ruhe ist, muss individuell ausgetestet werden. Von einem straffen Sportprogramm ist eher abzuraten. Denn belasten sich Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom über ihre Grenzen hinaus, verschlimmern sich die Beschwerden mit hoher Wahrscheinlichkeit – häufig zeitverzögert erst nach 12 bis 48 Stunden. Bis Betroffene sich von dieser Verschlechterung wieder erholen, dauert es zum Teil Tage oder Wochen.

Gesunde Ernährung



Wissenschaftliche Beweise dafür, dass ein Nährstoffmangel Ursache für das chronische Erschöpfungssyndrom sein könnte, gibt es zwar nicht – eine ausgewogene Ernährung wirkt sich jedoch prinzipiell positiv auf die Gesundheit aus – und auch auf viele chronische Erkrankungen. Für Betroffene mit chronischem Erschöpfungssyndrom empfiehlt es sich daher ganz allgemein, auf eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen zu achten.


Selbsthilfegruppen



Viele Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom finden in Selbsthilfegruppen Unterstützung durch andere Betroffene. Der Austausch mit anderen Betroffenen, die nachvollziehen können, wie sehr die Beschwerden das alltägliche Leben einschränken können, wirkt oft erleichternd – insbesondere, da die Erkrankung in der Umwelt der Patienten häufig auf Unverständnis trifft. Manche empfinden einen Austausch mit anderen Erkrankten jedoch möglicherweise eher als zusätzlich belastend. Ob eine Selbsthilfegruppe das Richtige für einen ist, muss daher jeder Betroffene selbst abwägen.
Schlafprobleme

Typisch für Personen mit chronischem Erschöpfungssyndrom ist, dass sie sich auch nach ausreichend Schlaf nicht erholt fühlen. Gleichzeitig berichten viele Betroffene von Schlafstörungen (z.B. Ein- und Durchschlafstörungen). Sofern sich die Schlafprobleme nicht durch eine verbesserte Schlafhygiene lindern lassen, kann eine Behandlung mit Wirkstoffen wie Melatonin oder Tryptophan versucht werden. Bleibt auch das ohne Wirkung, kann der Wirkstoff Doxepin infrage kommen.

Die richtige Schlafhygiene



Unter Schlafhygiene versteht man allgemeine Maßnahmen, die sich positiv auf den Schlaf auswirken können, so zum Beispiel:

Einschlafrituale: Wer vor dem Schlafengehen die Dinge immer auf dieselbe Weise und in derselben Reihenfolge tut, stimmt sich innerlich schon auf das baldige Schlafen ein.


Mittagsschlaf vermeiden: Wer nicht gut schläft, ist möglicherweise geneigt, nachmittags ein kleines Schläfchen zu halten. Das wirkt sich jedoch ungünstig auf den Nachtschlaf aus. Wer auf den Mittagsschlaf verzichtet, erhöht also den Schlafdruck für die Nacht.


Runterkommen: Vor dem Schlafengehen sollte man sich genug Zeit zum Abschlaffen lassen.


Bett nicht zweckentfremden: Essen, arbeiten, fernsehen oder lesen im Bett können sich bei Schlafstörungen ungünstig auf den Schlaf auswirken.


Zimmertemperatur: Die zum Schlafen ideale Zimmertemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius.


Dunkelheit und Ruhe: Das Schlafzimmer sollte sich abdunkeln lassen und Lärmquellen sind möglichst auszuschalten. Bei lauten Nachbarn oder anderen Störgeräuschen können Ohrstöpsel helfen.


Koffein, Alkohol und Tabak: Koffeinhaltige Getränke wie Cola, Kaffee, schwarzer Tee oder Energydrinks, aber auch Alkohol und Zigaretten können den Schlaf stören und sollten sechs Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr genossen werden.

Da die eigentlichen Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms noch nicht vollständig geklärt sind, zielt die Therapie vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern und die durch die Erkrankung oft eingeschränkte Lebensqualität der Betroffenen wieder zu verbessern. Je früher sich Betroffene ärztliche Hilfe suche, desto günstiger sind insgesamt die Aussichten auf eine Besserung der Beschwerden.


Chronische Erschöpfung (CFS) Verlauf


Typisch für das chronische Erschöpfungssyndrom (myalgische Enzephalomyelitis, Chronic-Fatigue-Syndrom) ist der relativ plötzliche Beginn. Die meisten Betroffenen können einen konkreten Zeitraum für den Beginn bestimmen. Die typische lähmende körperliche und geistige Erschöpfung, bei der auch Schlaf keine Erholung bringt, dauert länger als sechs Monate an. Sie wird in der Regel von weiteren Beschwerden, wie etwa Muskelschmerzen, Halsschmerzen oder Schlafstörungen begleitet.

Wie stark ausgeprägt die Beschwerden beim chronischen Erschöpfungssyndrom sind, ist dabei individuell ganz verschieden. Manche Betroffene sind kaum noch in der Lage, ihren täglichen Aktivitäten nachzukommen. Andere können zwar noch genug Energie dafür aufbringen, ihren Beruf auszuüben, benötigen jedoch dann ihre komplette Freizeit, um sich von den Belastungen zu erholen. Im Verlauf eines chronischen Erschöpfungssyndroms beginnen viele, sich immer mehr zurückzuziehen und Aktivitäten – seien sie sportlicher, sozialer oder anderer Natur – nach und nach zurückzuschrauben.

Häufig verläuft das chronische Erschöpfungssyndrom zyklisch, das heißt, die Beschwerden bessern sich nach einiger Zeit, nehmen schließlich jedoch wieder zu. Möglicherweise verschwinden die Symptome für eine gewisse Zeit auch ganz. Hier besteht das Risiko, dass sich Betroffene in dieser Zeit zu viel zumuten und es dadurch zu einem Rückfall kommt.
Bislang gibt es zwar keine Heilung für das chronische Erschöpfungssyndrom. Je früher sich Betroffene jedoch ärztliche Hilfe suchen, desto günstiger sind insgesamt die Aussichten auf eine Besserung der Beschwerden.

Vorbeugen


Da bisher keine genauen Erkenntnisse zu den möglichen Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms vorliegen, gibt es keine konkreten Empfehlungen, mit denen man der Erkrankung vorbeugen könnte.

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