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Chronisches Erschöpfungssyndrom CFS Symptome

Ständig erschöpft

Das chronische Erschöpfungssyndrom CFS ist eine dauerhafte Erkrankung, die zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität führen kann. In Fachkreisen wird das Syndrom auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME) genannt. Es bringt starke körperliche und psychische Beeinträchtigungen mit sich und kann schlimmstenfalls zu Behinderung und Pflegebedürftigkeit führen.
Obwohl die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bislang weitgehend ungeklärt sind, gilt das Syndrom als eigenständiges Krankheitsbild. Man geht jedoch davon aus, dass das Krankheitsbild nicht einheitlich ist und große Unterschiede zwischen den Betroffenen aufweist. Die Beschwerden variieren dabei ebenso wie ihre Ausprägung. Während manche Patienten nur leicht beeinträchtigt sind, sind andere dabei ans Haus oder sogar ans Bett gefesselt und auf Hilfe bei alltäglichen Arbeiten angewiesen.

Chronisches Erschöpfungssyndrom CFS Symptome

Betroffene, die unter dem chronischen Müdigkeits-/Erschöpfungssyndrom leiden, sind schneller und stärker erschöpft als nicht Erkrankte. Die Erschöpfung erfolgt oft grundlos oder fällt stärker aus, als die vorangegangene Belastung sie auslösen würde.
Die Anzeichen der Krankheit sind sehr unterschiedlich, ihre Ausprägung ist verschieden stark. Erschöpfung und Müdigkeit können schlagartig auftreten oder sich über längere Zeit hinweg entwickeln. Die Erschöpfung macht es den Betroffenen oft schwer, alltägliche Aufgaben zu erfüllen oder ein normales Leben zu leben. Die ständige Müdigkeit führt zu eingeschränkter Arbeitsleistung und erschwert es, Sozialkontakte aufrecht zu erhalten. Nicht nur die Erschöpfung ist ein Zeichen der Krankheit, oft kommt es zu weiteren Beschwerden.

Eine eindeutige Diagnose zu treffen ist unter Umständen sehr knifflig.

Die ärztliche Diagnose

Bei der Behandlung treffen Patienten leider oft auf Ratlosigkeit, schlimmstenfalls auf Unverständnis von Seiten des Arztes. Misstrauen oder eine Herabwürdigung der Krankheit sind keine Seltenheit.
Doch auch Ärzte, die sich über die Existenz des Symptoms und seine Auswirkungen bewusst sind, finden oft nur schwer einen hilfreichen Therapieansatz, da die Krankheit weitgehend unerforscht und viele damit zusammenhängende Fakten bislang ungeklärt sind. Es ist schwer für Ärzte, überhaupt eine richtige Diagnose zu treffen.
Oft wird die Krankheit schlichtweg übersehen. Der Ausschluss anderer Krankheiten stellt zunächst einen wichtigen Schritt zu Diagnose dar. Darüber hinaus gibt es jedoch auch einige deutliche Hinweise auf das Müdigkeits- bzw. Erschöpfungssyndrom.

Viele Krankheiten weisen ähnliche Symptome wie das Erschöpfungssyndrom auf. Es muss ausgeschlossen werden, dass Krankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes, Lebererkrankungen, Tumorerkrankungen oder Depressionen vorliegen. Diese Erkrankungen können ebenfalls für Erschöpfung und Müdigkeit sorgen. Eine mangelhafte Erholung in der Nacht kann auch in einer Schlafapnoe begründet liegen. Hinzu kommt das auch manche Medikamente müde machen können, deswegen sollte der Arzt auch die aktuelle Medikation und deren mögliche Nebenwirkungen überprüfen.

Eindeutige Anzeichen für CFS

Biologische Reaktionen, die der Gesunde aufweist, sind beim chronischen Erschöpfungssyndrom oft gestört. Es findet kein belebender Effekt statt. Die Schmerzempfindlichkeit ist erhöht, die Sauerstoffversorgung der Muskeln ist beeinträchtigt. Darüber hinaus kann es zu einer herabgesetzten Blutversorgung im Gehirn kommen. Die maximale Herzfrequenz ist bei Betroffenen oft niedriger, als bei nicht Betroffenen.
Beim chronischen Erschöpfungssyndrom können zudem Fehlregulationen des Nervensystems, des Hormonsystems sowie des Immunsystems beobachtet werden.

Weitere deutliche, vom Patienten beschriebene Hinweise auf CFS sind:

  • Die Beschwerden alten seit mindestens sechs Monaten an
  • die Bewältigung privater und beruflicher Aufgaben ist aufgrund der Erschöpfung nicht mehr möglich oder fällt sehr schwer
  • der Patient findet nicht ausreichend viel Erholung im Schlaf
  • bereits leichte körperliche oder geistige Belastung führt zu Abgeschlagenheit
  • es bestehen körperliche oder psychische Begleiterscheinungen

Die Symptome machen den Patienten das Leben schwer!

Neben der zermürbenden Erschöpfung sind Patienten oft von Schmerzen betroffen. Diese zeigen sich als Kopf- oder Gliederschmerzen, wie man sie von Grippe- oder Erkältungskrankheiten her kennt. Die Muskeln sind verspannt, die Gelenke und Sehnen schmerzen stark.

Chronisches Erschöpfungssyndrom CFS Symptome sind darüber hinaus:

  • Schlafprobleme
  • ähnliche Symptome wie bei einem grippalen Infekt, beispielsweise geschwollene Lymphknoten oder Halsschmerzen
  • Magen.Darmprobleme und Übelkeit
  • Veränderung des Gewichts
  • Libidoverlust
  • Herz-Kreislaufprobleme
  • Kurzatmigkeit
  • Extrem lang anhaltende Entkräftung nach Belastung
  • Beeinträchtigter Temperaturhaushalt (Kälteempfinden, Hitzewallung)

Die Psyche leidet mit!

Neben den körperlichen Symptomen belasten die Betroffenen oft auch psychische Beschwerden. Sie sind wenig belastbar, alltägliche Arbeiten erfordern extrem viel Kraft. Darüber hinaus leiden Patienten oft an Ängsten, Panikattacken oder Stimmungsschwankungen. Konzentration und Gedächtnisleistung können ebenfalls beeinträchtigt sein.

Unterschied zur Depression

Hin und wieder wird das Erschöpfungssyndrom von Ärzten mit einer Depression verwechselt. Beide Erkrankungen haben ähnliche Symptome, sie können Erschöpfung, Schlafstörungen, Libidoverlust oder Gedächtnisprobleme zur Folge haben. Ein deutlicher Unterschied ist jedoch, dass das Erschöpfungssyndrom in vielen Fällen ganz plötzlich auftritt und zudem von grippeähnlichen Symptomen begleitet wird. Die Depression dagegen entwickelt sich eher schleichend.

Eine Depression kann sich durch körperliche oder geistige Aktivität merklich bessern, dies ist bei CFS jedoch umstritten. Wer unter einer Depression leidet, resigniert und zieht sich zurück. Menschen mit CFS dagegen suchen sich in der Regel aktiv Hilfe.

woher kommt diese Krankheit?

Bisher ist nicht klar erforscht, woher die Erkrankung genau kommt. Die hauptsächliche Vermutung von Experten ist, dass möglicherweise Immundefekte, Infektionen oder hormonelle Störungen zu dem Erschöpfungssyndrom führen. Ebenfalls eine bedeutsame Rolle können Belastungen beruflicher oder privater Natur sowie der Umgang mit ihnen eine Rolle spielen. Einseitige Ernährung und Bewegungsmangel können zu einer Verstärkung der Symptome führen.

Die Häufigkeit der Krankheit ist ungewiss, da man von einer hohen Dunkelziffer von Erkranken ausgehen muss, bei denen die Krankheit bislang nicht erkannt oder eindeutig diagnostiziert wurde. Schätzungen zufolge leben in Deutschland zwischen 300.000 und 400.000 Erkrankte.

Die wirtschaftlichen Verluste durch die Krankheit sind enorm!

Therapie

Die Behandlung kann bis heute nur unterstützend wirken. Bislang gibt es keine spezielle Therapie, deren Wirksamkeit eindeutig belegt wurde.
In der Regel wird der Arzt schrittweise vorgehen und sich an dem aktuellen Leistungsvermögen des Patienten orientieren. Im Vordergrund steht, dass die Symptome gelindert werden müssen. Beispielsweise können Analgetika dazu beitragen, Schmerzen zu lindern oder bestenfalls ganz zu beheben. Eine Verhaltenstherapie kann helfen, ungünstige Lebensumstände zu überdenken oder schadhafte Verhaltensweisen zu ändern. Psychologische Betreuung kann dabei unterstützen, die schwierige Situation zu bewältigen, zumal oft auch das soziale und berufliche Umfeld mit Unverständnis oder Vorwürfen reagiert, was für den Patienten eine zusätzliche Belastung darstellt.
Sport wirkt sich in vielen Fällen positiv aus. Ein angepasstes Ausdauertraining kann bei manchen Patienten das Krankheitsbild enorm verbessern. Bei anderen jedoch kann es auch zu einer Überlastung und damit zu einer Verschlimmerung führen. Es muss stets individuell betrachtet werden, wie der Patient den Therapieansatz empfindet.

Selbstmanagement für neues Gleichgewicht

Für die Betroffenen ist es nicht einfach, der Abwärtsspirale von Inaktivität um Müdigkeit zu entkommen. Um einer stetigen Verschlechterung zu entgehen, können Sie durch Selbstmanagement ihr persönliches Gleichgewicht wiederfinden und zu neuer Leistungsfähigkeit und Entspannung kommen. Dafür ist eine Überprüfung der Lebensweise und des Tagesablaufs notwendig. Leistungsgrenzen müssen ausgetestet werden, das Tagespensum sollte sich danach richten.

Betroffene sind der Krankheit nicht hilflos ausgeliefert!

Wer vom chronischen Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom betroffen ist, sollte geduldig mit sich selbst sein und sich realistische Etappenziele setzen. Neue Abläufe müssen erst verinnerlicht werden, der Körper muss sich gegebenenfalls erst an eine neue Routine gewöhnen.

Unterstützend wirken auf Patienten folgende Selbsthilfe-Ansätze:

  • Stressbewältigung
  • Entspannungsverfahren lernen und regelmäßig durchführen
  • Bewegung die vorsichtig aufgenommen, gut dosiert und nur langsam gesteigert wird
  • geregelter Tagesablauf, in dem Mahlzeiten, Erholung und Aktivität ihren festen Platz haben
  • Ernährungsumstellung auf ausgewogene Vollwertkost mit viel Obst und Gemüse
  • Kontakt zu Selbsthilfegruppen aufnehmen, die beraten und unterstützen, wie beispielsweise Fatigatio e. V., Bundesverband Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS/CFIDS/ME)
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