Depression an den Augen erkennen – Was unser Auge über uns aussagt

Ob Depressionen durch die Mimik, das äußere Erscheinungsbild oder die Augen zu erkennen sind, beschäftigt die Wissenschaft schon lange. Auch Betroffene fragen sich oft, ob ihre gedrückte Stimmung von Fremden auf einem Blick erkennbar ist. Auch wenn man Depressionen nach außen gut überspielen kann, belegen Studien dennoch, eine Depression an den Augen erkennen ist möglich.

Depressionen sind gesellschaftlich weit verbreitet und zählen zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen der Gesellschaft. Eine Depression bei Frauen tritt dabei öfter auf als bei Männer.

Kann man eine Depression an den Augen erkennen?

Depressionen anhand der Mimik eines Erkrankten oder im Gesicht zu erkennen ist rein mit bloßem Augen kaum möglich, da Betroffene die Gefühlslage gut überspielen und verstecken können.

Die von den Medien geschürte Annahme, dass depressive Menschen ihren Tag damit verbringen zu weinen, ist in der Realität nicht zwangsläufig zutreffend. Weder glasige oder depressive Augen, noch ein dauerhafter trauriger Blick müssen ein Erkennungsmerkmal einer Depression sein. Ein bedrückter Gesichtsausdruck und alle damit verbundenen rein optischen Anzeichen geben daher keinen ausreichenden Aufschluss über das Vorliegen einer seelischen Erkrankung.

Menschen sind weitaus in der Lage ihren Gefühlszustand zu verbergen und Außenstehende mit falschen Stimmungen zu täuschen. Doch wie kann man dann depressive Menschen erkennen? Studien, die das Phänomen der Erkennung einer Depression am Auge untersuchen, liefern valide Ergebnisse bei der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen.

Bipolare Störung

Studien: Messbarkeit der Depression über die Augen

Die Volksweisheit, dass die Augen das Fenster zur Seele abbilden, haben Forscher im Rahmen wissenschaftlicher Studien belegt. Untersuchungen an Probanden haben die Annahme bewiesen; eine Depression an den Augen erkennen ist aus wissenschaftlicher Sicht möglich.

Studie 1: Pupillenreaktion und Depression

Während der Durchführung bestimmter Tests gaben eine Erweiterung der Pupille der Patienten Aufschluss darüber, wie stark sie von einer Depression betroffen sind. Im Rahmen der Studie wurde sogar gezeigt, dass der Pupillenreflex depressiver Menschen Einblick darüber gibt, in welchem Schweregrad der depressiven Störung sie sich befinden (depressive Augen). Eine Depression im Gesicht erkennen, wäre mit diesen Erkenntnissen auf medizinischer Basis zukünftig möglich.

Ablauf der Studie

Die Studie am Max-Planck-Institut untersuchte, ob depressive Menschen Belohnungen weniger stark wertschätzen, als Probanden ohne eine Depression. Grundsätzlich lag diesen Untersuchungen die Annahme zugrunde, dass sich die Pupillen bei dem Erleben eines bestimmten Anreizes entsprechend weiten.

Ergebnisse der Studie

Im Rahmen der Studie mussten die Probanden einen Test durchlaufen, bei dem ein kleiner Geldbetrag gewonnen werden konnte. Der Geldbetrag wäre bei den gesunden Probanden ein Anreiz, der zur Erweiterung der Pupille führen würde. Während der Durchführung wurden die Pupillen der Probanden mithilfe eines Eyetrackers beobachtet. Es wurde festgestellt, dass sich die Pupillen der depressiven Probanden weniger stark weiteten, als die der gesunden Probanden. Darüber hinaus konnte beobachtet werden, dass bei besonders schwerer Depression, die Pupillen weniger Reflexe auf die gesetzten Anreize zeigten. Diese Erkenntnis könnte die Medizin künftig bei der zielgerechten Diagnostik und der (medikamentösen) Behandlung einer Depression unterstützen.

Studie 2: Augenbewegungen und Depression

Im Rahmen einer zweiten Studie untersuchten Wissenschaftler inwieweit die Augenbewegungen in Relation zu einer bestehenden Depression betrachtet werden können.

Ablauf der Studie

Hierzu wurden von den Probanden zwei kognitive Aufgaben gelöst, bei denen die Augen- und Gesichtsbewegungen der Probanden aufgenommen wurden. Bei beiden Aufgaben wurden Ablenkungswörter (positive, negative und neutrale Wörter) eingeblendet, die die Aufmerksamkeit von den gestellten Aufgaben lenken sollten.

Ergebnisse der Studie

Von depressiven Probanden wurden zumeist negative Wörter fixiert, wohingegen bei gesunden Probanden eher positive Wörter ins Blickfeld gerieten. Auch im Rahmen dieser Studie konnte ein Zusammenhang zwischen dem bestehen einer Depression und der Reaktion der Augenbewegungen festgestellt werden.

Depression: Augengesundheit und Psyche

Wenn seelische Belastungen den Augen schaden, stellen sich Betroffene und Forscher oft die Frage: „Können Depressionen Sehstörungen auslösen?“.

Zu den häufigen gesundheitlichen Beschwerden einer Depression gehören Sehstörungen und Augenprobleme. Es ist bewiesen, dass sich Depressionen und Stress negativ auf das Sehvermögen auswirken können. Aus wissenschaftlichem Blickfeld können die Symptome erneut bestätigen: Eine Depression an den Augen erkennen ist möglich.

Deutlich werden können diese Sehstörungen durch Merkmale wie einen dunklen Fleck, der das Gesichtsfeld trübt, eine veränderte Farbwahrnehmung, ein schwerfälliges Lesen aber auch eine verzerrte Wahrnehmung der Umgebung. Zudem kann sich die Sehkraft insgesamt verschlechtern. Der Stress, der zu einer Entstehung oder gar Verschlimmerung einer Depression beiträgt, löst dabei, bedingt durch die schlechtere Versorgung des Auges mit Dopamin, diverse Augenprobleme aus. Dazu gehören u.a.:

Augenprobleme bei Depression
  • erhöhter Augeninnendruck
  • Augenflimmern
  • verschwommenes Sehen
  • Augenschmerzen und Augenbrennen
  • trockene und müde Augen
  • tränende Augen
  • entzündete Augen
  • Augenringe und geschwollene Augen

Depression erkennen: Anzeichen und Beschwerden

Die Wissenschaft belegt den Zusammenhang: eine Depression an den Augen erkennen ist möglich. Doch lässt sich dies über Untersuchungen an den Betroffenen messen und ist nicht auf einem flüchtigen Blick von Außenstehenden erkennbar. Anhand welcher Kriterien man depressive Menschen erkennen kann wird im Folgenden erläutert. Denn es gibt viele Anzeichen einer Depression, die vom Umfeld, wie der Familie oder dem Partner der Betroffenen, beobachtet werden können.

Psychische und körperliche Symptome einer Depression

Depressive Menschen leiden häufig unter Schlafstörungen. Ihre Gedanken rotieren. Verbunden damit kommt es zu einem veränderten Ernährungsverhalten, einem Verlust von sexuellem Verlangen im Rahmen einer Partnerschaft, oder aber auch zu Minderwertigkeitskomplexen, die sich an die eigene Person richten. Es folgen körperliche Erschöpfung und Antriebslosigkeit, die durch die bestehende Müdigkeit unterstützt wird. Langfristig ergeben sich Störungen und Beeinträchtigungen der Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit. Darüber hinaus leiden Betroffene, wie bereits erwähnt, oft unter Augenproblemen, die akute Sehstörungen auslösen können.

Depressive Menschen leide unter einer Vielzahl an Symptomen. Häufig treten diese unter physischen Begleitbeschwerden wie Magen- und Kopfschmerzen, Rückschmerzen oder Verdauungsproblemen auf.

Denk- und Verhaltensmuster der Betroffenen

Depressionen werden häufig unterschätzt, vor allem deshalb, weil Betroffene sie nicht wahrhaben wollen und oft überspielen. Bei Betroffenen äußert sich die Erkrankung derart, dass sie unter diversen Ängsten leiden, die von einer hoffnungslosen Grundhaltung geprägt sind. Das Leben ergibt, mit Blick auf die eigene Zukunft, die eigene Existenz sowie Verlust- und Versagensängsten, aus der Sicht der Erkrankung keinen Sinn. Der Alltag wird zu einer Last. Mit dieser Hoffnungslosigkeit und den damit verbunden Ängsten geht eine negative Grundhaltung einher. Selbstvorwürfe in Bezug auf das im Leben erreichte, aber auch Schuldgefühle, eine innere Unzufriedenheit und eine veränderte Ausdrucksweise können Erkennungsmerkmale einer Depression sein.

Perspektivenwechsel: Gefühlswelt depressiver Menschen

Wie fühlt sich eine Depression für Erkrankte an? Diese Frage stellen sich Angehörige häufig. Jeder Erkrankte erlebt eine Depression anders. Die Gefühlswelt pauschal zu beschreiben, erscheint nicht sinnvoll und ist ganz individuell.
Betroffene nehmen ihre Welt meist grauer wahr, als vor ihrer Erkrankungen. Für einfache Tätigkeiten des Alltags fehlt ihnen die Energie. Das Empfinden von Spaß, an Unternehmungen oder Tätigkeiten, die noch vor der Erkrankung als freudebringend empfunden wurden, werden im Rahmen der Entwicklung der Erkrankung gleichgültig. Die Bewältigung des Alltags wird zur Belastung und Arbeitsanforderungen können nur noch bedingt erfüllt werden. Die Einhaltung privater Pflichten können als unüberwindbare Hürde empfunden werden. Patienten fühlen sich kraftlos. Von ihrem Umfeld werden Betroffene häufig als teilnahmslos und emotional zurückgezogen wahrgenommen. Versuche der Aufmunterung zeigen keinen Effekt. Betroffene selbst beschreiben sich in diesem Kontext als leer und zu keinerlei Gefühlsregung in der Lage.

Depressive Menschen erkennt man außerdem daran, dass sich, durch die bestehende Überforderung mit dem eigenen Alltag, Verhaltensänderungen ergeben. Typisch hierfür sind die soziale Isolation sowie ein Desinteresse an alltäglichen Geschehnissen.

Schlafstörungen bei Depressionen

Selbsttest Depression: Bin ich depressiv?

Wie erkennt man eine Depression? Und genau genommen; wie erkennen Betroffene ihre eigene Depression? Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Denn nicht jedes Symptom muss auf eine Depression deuten und nicht jede schwierige Lebensphase muss zugleich eine depressive Phase darstellen.

Betrachtet man die Vielzahl der körperliche Beschwerden, lässt sich sagen: Depressive Menschen erkennen bei der Diagnose ihrer Erkrankung zunächst körperliche Beschwerden, bevor ihre Depression tatsächlich in Betracht gezogen und diagnostiziert wird. Diese unspezifischen Symptome sind Ausdruck einer Reaktion auf belastende Ereignisse des Erkrankten, die nicht ohne weiteres verarbeitet werden können.

Diagnose der Depression

Zu den körperlichen Beschwerden einer Depression zählen u.a. die Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Bei Anhalten der Beschwerden suchen Betroffene Rat bei ihrem Hausarzt, um die Symptome abklären zu lassen. Befunde bleiben oft ergebnislos. Erst nach dem Ausschluss aller körperlichen Erkrankungen, steht die Diagnose einer Depression.

Frau mit depressivem Blick

Daraus ergibt sich in aller Regel ein nicht enden wollender Leidensweg, der zusätzlich Unzufriedenheiten und Unwohlsein schürt. Bis zur tatsächlichen Diagnose der Erkrankung vergeht meist sehr viel Zeit. Das liegt unter anderem daran, dass es für die Erkrankung kein eindeutiges Erscheinungsbild gibt. Die ganzheitliche medizinische Betrachtung spielt daher bei der Diagnostik von Depressionen eine zentrale Rolle.

Gefahren und Auswirkungen einer Depression

Depressionen belasten neben den Erkrankten auch ihr direktes Umfeld. Familie, Freunde und Partner, aber auch der Arbeitsplatz können unter einer akuten Depression eines Erkrankten leiden und hiervon Schaden nehmen. Die sich hierdurch ergebenden sozialen Beeinträchtigungen können erheblich ausgeprägt sein.

Studien haben dahingehend belegt, dass ein wesentlicher Zusammenhang zwischen der Diagnose einer Depression und dem Missbrauch von Alkohol und Drogen besteht, der von den Erkrankten als letzter Ausweg gesehen wird, um dem eigenen Gedankenkarussell zu entkommen.

Die mit Abstand gefährlichste Auswirkung einer Depression ist der Suizid. Insbesondere Patienten mit wiederkehrenden Depressionen sind hier besonders gefährdet. Faktoren wie Einsamkeit und fehlende Partnerschaft oder Familie, vorangegangener Missbrauch oder Alkohol- und Drogenkonsum können eine den Suizid fördernde Wirkung haben.

Behandlung von Depressionen

Medizinisch betrachtet ist jede Depression behandlungsbedürftig. Hauptsächlich dann, wenn Symptome Einfluss auf die Bewältigung des Alltags haben, sollte eine Behandlung als Abhilfe in Betracht gezogen werden.

Bei bestehenden suizidalen Gedanken sollte sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Auch wenn die depressiven Episoden über mehrere Wochen anhalten, wird Hilfe benötigt. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Diagnose erfolgt, desto höher sind die Chancen auf eine Heilung. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus. Statistiken beweisen: bis zur Diagnose einer Depression vergehen durchschnittlich sieben Jahre. Dies erschwert die Behandlung und erhöht die Suizidgefahr.

Fazit: Depression an den Augen erkennen

Eine Depression an den Augen erkennen ist mit bloßem Auge nicht ohne weiteres möglich. Dies liegt daran, dass Menschen in der Lage sind ihre Gefühle zu unterdrücken oder sie zu überspielen. Für die Beantwortung der Frage „Wie erkennt man eine Depression?“ ist es also erforderlich genauer hinzuschauen. Es gibt echte Anzeichen einer Depression, die anhand der Denk- und Verhaltensmuster der Betroffenen erkannt werden können. Ein einfacher Blick in die Augen eines Menschen ist somit nicht ausreichend. Depressive Menschen erkennt man hauptsächlich daran, dass sich, durch die bestehende Überforderung mit dem eigenen Alltag, Verhaltensänderungen ergeben. Typisch hierfür sind die soziale Isolation sowie ein Desinteresse an alltäglichen Geschehnissen.

Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen konnte dennoch die Frage „Kann man Depressionen an den Augen erkennen?“ mit einem klaren „JA“ beantwortet werden. Denn ein Zusammenhang zwischen den im Auge ablaufenden Prozessen der Betroffenen und ihrer bestehenden Depression konnte anhand von Studien nachgewiesen werden. Für diese validen Erkenntnisse ist jedoch mehr als nur ein flüchtiger Blick in die Augen nötig. Welchen Beitrag diese Studien zur Messbarkeit einer Depression am Auge haben werden, wird sich in Zukunft zeigen.

Depression an den Augen erkennen

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