Jede Depression endet – Depression: Wann hat sie ein Ende?

Ein Mangel oder Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn, wie Serotonin und Dopamin, sowie belastende Lebensphasen können Ursachen für eine Depression sein. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass jede Depression endet. Mit Hilfe der richtigen Behandlung und der Wiederherstellung des Gleichgewichts des Hirn-Stoffwechsels sowie etwas Geduld kann man Depressionen heilen.

Welche Botenstoffe unserem Gehirn während einer Depression fehlen und welche Rolle diese bei der Behandlung von Depression spielen erfahren Sie im folgenden Text.

Was ist eine Depression?

Unter dem Begriff der Depression wird eine psychische Erkrankung verstanden, die neben Traurigkeit, Beschwerden wie Interesselosigkeit, den Verlust des Selbstwertgefühls, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten mit sich bringen kann. Die Erkrankung ist gesellschaftlich weit verbreitet und beeinflusst und verändert das Denken, Fühlen und Handeln von Betroffenen tiefgreifend. Hirn- und Körperfunktionen können dabei gestört sein. Im medizinischen Sinne wird jede Depression daher als behandlungsbedürftig verstanden und sollte ernst genommen werden.

Verlaufsformen und Phasen einer Depression

Depression mehrere Gesichter

Der Verlauf einer Depression kann von Mensch zu Mensch sehr individuell sein. Die Psychologie spricht häufig davon, dass die Depression zu den Erkrankungen gehört, die viele Gesichter haben kann und meist sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Wenn die Depression nicht vorbeigeht, habe Betroffene häufig das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Eine typische Eigenschaft des Krankheitsbildes, die Angst macht und Erkrankte häufig verunsichert. Medizinisch erwiesen ist jedoch, jede Depression endet.

Die Medizin unterscheidet zwischen zwei grundsätzlichen Verlaufsformen, der unipolaren Depression und der bipolaren Depression.

Unipolare Depression

Die unipolare Depression unterteilen Mediziner in drei Kategorien:

  • einzelne depressive Episode
  • wiederkehrende depressive Episode
  • Dysthymie bzw. anhaltende depressive Störung

Alle drei Phasen beschreiben jeweils die Schwere der Erkrankung.

Die einzelne depressive Episode stellt dabei eine mehrmonatige, depressive Phase dar, an dessen Anschluss der Erkrankte dauerhaft beschwerdefrei ist. Die Depressionen heilen bei dieser Ausprägung.

Eine wiederkehrende, depressive Episode beschreibt eine Aneinanderreihung mehrerer depressiver Episoden, die durch beschwerdefreie Zwischenintervalle voneinander abgegrenzt werden.

Bei der dysthymischen Störung hingegen leidet der Patient unter einer dauerhaft depressiven Phase, die mindestens zwei Jahre anhält, in ihrer depressiven Verstimmung jedoch weniger stark ausgeprägt ist.

Die häufigsten Diagnosen werden hinsichtlich einzelner, depressiver Episoden und wiederkehrender, depressiver Episoden gestellt.

Bipolare Depression

Die bipolare Depression ist besser bekannt unter dem Begriff der manisch-depressiven Erkrankung. Hierbei folgt auf eine depressive Episode eine manische Phase, in der sich die Stimmung des Patienten auf sehr hohem Niveau bewegt. Patienten verspüren in diesen Phasen häufig sehr stark ausgeprägten Tatendrang, ein gesteigertes Selbstwertgefühl, Ruhelosigkeit sowie eine unvernünftige Risikobereitschaft. Diagnostiziert wird diese Form der Depression jedoch eher seltener.

Rückfall: Können Depressionen wiederkehren?

Jede Depression endet

Die Hälfte der Menschen, die an einer Depression erkranken, erleben im Verlauf ihres Lebens eine weitere depressive Episode. Auch wenn manchmal Jahre zwischen den Episoden liegen können, ist es nicht ausgeschlossen, erneut daran zu erkranken. Zudem gibt es Phasen im Leben, in denen Depressionen besonders häufig wiederkehren.

Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein: Stress, hormonelle Veränderung (zum Beispiel bei Frauen in den Wechseljahren), Überforderung oder auch dauerhafter Schlafmangel können mögliche Auslöser für das Wiederkehren einer Depression sein.

Jede Depression endet – aber wie?

Grundsätzlich gilt: Jede Depression geht vorbei. Auch wenn man nicht erwarten kann, dass die Depression von heute auf morgen weg ist, kann man sie mit einer effektiven und zielgerichteten Behandlung innerhalb weniger Monate sehr gut heilen. Die Teilnahme an einer Therapie kann dabei die Dauer der Erkrankungen verkürzen.

Psychotherapie sollte hierzu allerdings unterstützend in Anspruch genommen werden. Betroffene sollten zusätzlich die Möglichkeit finden, selbst aktiv zu werden und ihr Befinden zu verbessern.

5-HTP gegen Depressionen

Neben der Psychotherapie ist die Einnahme von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln, wie 5-HTP, als Maßnahme zu empfehlen. 5-HTP ist ein Pflanzenextrakt, der den Serotoninspiegel im Körper erhöht und somit die Stimmung reguliert, Aggressionen hemmt und Ängste vertreibt. Im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung mit Antidepressiva hat 5-HTP nachweislich weniger Nebenwirkungen und kein Risiko auf Suchtpotential. Studien belegen die Wirksamkeit des 5-HTP Wirkstoffs gegen Depressionen. Was ist 5-HTP?

Vitamin-D gegen depressive Symptomatik

Studien belegen außerdem den Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Risiko an einer Depression zu erkranken. Der Grund liegt an der fehlenden Regulation des Hirnbotenstoffes Serotonin und der Verwertung von Dopamin. Aufgrund der fehlenden Sonne in den Monaten Oktober bis März ist der Vitamin D Mangel in der deutschen Bevölkerung besonders hoch. Doch auch sonst wird der Vitamin D Bedarf oft nicht ausreichend über die Nahrung gedeckt, weswegen eine Vitamin D-Supplementierung sinnvoll sein kann.

Kreatin als Antidepressivum

Ein weiteres natürliches Antidepressivum ist Kreatin. Auch wenn Kreatin eher aus der Fitness-Szene bekannt ist, belegen Studien ihre positive Wirkung bei der Behandlung von Depressionen. Wissenschaftler und Experten bewiesen anhand von Studien, dass die Einnahme von Kreatin zur Erhöhung der ATP-Produktion im Gehirn beiträgt und dies zu einer Minderung der depressiven Symptome führt. Die niedrige Produktion von Energie in Form von ATP bei depressiven Patienten konnte durch die Einnahme von Kreatin somit behoben werden.

Depression: Wann kommt die Freude wieder?

„Jede Depression geht vorbei.“

„Jede Depression hat ein Ende.“

Solche und ähnliche Sätze aus dem Umfeld der Betroffenen sind keine Seltenheit, und sie haben auch ihre Wahrhaftigkeit. Wichtig ist die Heilung als einen Prozess zu sehen und nicht zu erwarten, dass die Depression von heute auf morgen weg sein wird. Besonders, wenn die Depression über einen längeren Zeitraum anhält, sollten Betroffene nicht sofort verzweifeln und die Hoffnung aufgeben. Stattdessen sollte aktiv gegen die Depression gehandelt werden.

Information über die Krankheit und ihre Akzeptanz

Betroffene sollten sich bewusst machen, dass es leichter wird, wenn sie lernen ihre eigene Erkrankung zu verstehen, zu akzeptieren und damit umzugehen. In der Depression erlebte Gefühle und Gedanken sollten nicht unterdrückt, sondern besprochen werden. Auch das Beschaffen von Informationen über die Erkrankung kann Betroffenen den Umgang damit erleichtern und bei der Verarbeitung hilfreich sein. Der wichtigste Faktor für die Bewältigung einer Depression ist daher in erster Linie die Akzeptanz der Erkrankung auf allen Ebenen. Betroffene sollten in dem Wissen agieren, dass jede Depression endet.

Geduld und Durchhaltevermögen

Was können Betroffene tun? Was hilft gegen Depression neben medizinischen Erkenntnissen? Es ist nicht zu erwarten, dass die Depression von heute auf morgen weg ist. Die Heilung der Depression muss von den Betroffenen als ein Prozess gesehen werden, der seine Zeit braucht. Auch wenn die Behandlungen bereits begonnen haben, erfordert es dennoch von den Erkrankten Geduld und Durchhaltevermögen. Es ist äußerst wichtig, die Symptome nicht unter Druck zu bekämpfen, sondern sie anzunehmen und Schritt für Schritt an ihnen zu arbeiten.

Selbstreflexion und Achtsamkeit

Für die bessere Bewältigung einer Depression ist wichtig, seine Haltung zur eigenen Person zu ändern und sich nicht für die Entstehung und den Fortbestand der Erkrankung verantwortlich zu machen. Eine Depression kann jeden treffen.

Struktur und Routinen im Alltag

Darüber hinaus kann ein fest strukturierte Tagesablauf, der wenig Spielraum für Unvorhergesehenes lässt, dafür sorgen, dass sich Erkrankte im Umgang mit ihrer Erkrankung sicherer fühlen.

Therapiewirkung: Sport und Entspannung

Auch Bewegung kann zur positiven Entwicklung einer depressiven Phase führen. Durch die körperliche Betätigung schüttet der Körper Hormone aus, die das allgemeine Wohlbefinden verbessern können. Alternativ kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft hilfreich sein. Aber auch hilfreiche Entspannungsstrategien, wie die progressive Muskelentspannung, Yoga oder autogenes Training können die Beschwerden von Betroffenen lindern.

Hobbys und soziale Kontakte

soziale Kontakte bei Depression

Um Gedankenschleifen auszuschalten und den Kopf freizukriegen, kann es hilfreich sein, für Ablenkung zu sorgen. Von handwerklicher Betätigung, über das Telefonat mit Freunden oder Familie bis hin zu lauter Musik sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Alles, was hilft, ist willkommen.

Vergessen werden darf dabei nie, dass Depressionen in ihrem Ablauf und der Struktur keiner Logik folgen und dass, egal wie lange eine depressive Episode auch dauern mag, jede Depression endet!

Fazit: Jede Depression endet – ein Naturgesetz

Jede Depression hat ein Ende. Aber auch wenn jede Depression endet, dass die Depression von heute auf morgen weg sein wird, ist realistisch nicht zu erwarten. Erfreulicherweise können achtzig Prozent der schweren Depressionen vollständig geheilt werden. De facto bedeutet das: Nahezu jede Depression geht vorbei. Nur in wenigen Fällen sind stationäre Klinikaufenthalte zur Behandlung nötig, sodass das gewohnte Umfeld nicht zwangsläufig zur Genesung verlassen werden muss.

Für die Heilung ist es wichtig, dass Betroffene nicht die Geduld verlieren, da der Heilungsprozess durchaus mehrere Monate dauern kann. Das zentrale Element im Rahmen der therapeutischen Behandlung ist für Betroffene das Erlernen von Strategien, mit deren Hilfe sie Wege finden, um ihren negativen Gedanken zu entfliehen oder ihnen nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Mit der Achtsamkeit der eigenen Person gegenüber wird das Überstehen einer depressiven Episode deutlich erträglicher und kürzer.

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