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Nasenspray und die unterschätzten Nebenwirkungen

Nasenspray kann bei Schnupfen und grippalen Effekten rasch deutliche Erleichterung bringen. Die enthaltenen Wirkstoffe lassen die gereizte Nasenschleimhaut in Sekundenschnelle abschwellen. Endlich sind Durchatmen und erholsamer Schlaf wieder möglich! Problematisch werden die Sprays, wenn Anwender sich nicht an die Dosierungsvorschriften halten und die Nutzung zur Gewohnheit wird.

Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete von Nasenspray

Chemische Nasensprays sind wässrige Lösungen, in denen sogenannte Sympathomimetika enthalten sind. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen unter anderem Oxymetazolin und Xylometazolin. Beide bewirken ein Zusammenziehen der Blutgefäße in Nasenschleimhaut. Durch diese Kontraktion schwillt das Gewebe ab und gibt die oberen Atemwege wieder frei.

Ein Sprühstoß verschafft der geplagten Nase etwa 5 bis 8 Stunden Linderung. Obwohl Nasenspray Nebenwirkungen haben kann, ist es ein frei verkäufliches Medikament. Auch frei erhältliche Arzneien haben verbindliche Dosierungsvorschriften. Beim chemischen Nasenspray ist die Anwendungsdauer auf 7 bis 10 Tage eingeschränkt. Zudem darf das Spray nicht öfter als 3-mal täglich angewendet werden. Da ein akutes Schnupfengeschehen selten länger anhält, kann dies ausreichend sein. Selbst die schlimmsten Symptome einer Grippe sollten sich innerhalb einer Woche gelegt haben.

Die Nasenspray Nebenwirkungen

Das weniger Praktische an den Sprays ist der sogenannte Rebound-Effekt. Die sowieso schon gereizte Nasenschleimhaut wird durch die Inhaltsstoffe im Grunde zusätzlich strapaziert. Lässt die Wirkung des Sprays nach, schwillt die Schleimhaut noch mehr an als zuvor.

Durch Austrocknung und mangelnde Durchblutung der Nasenschleimhaut werden die Reize verstärkt. Fremdkörper, Staub und Bakterien können sich einfacher niederlassen. Der Nutzen-Schaden-Effekt muss beim Nasenspray also gut kalkuliert werden. Leider nehmen viele Menschen immer noch an, dass von nicht-rezeptpflichtigen Medikamenten keine Gefahr ausginge. Ein Nasenspray wirkt harmlos und die Empfehlungen des Arztes oder der Apotheker werden nur zu gerne ignoriert. Entweder wird wesentlich öfters pro Tag gesprüht oder der Anwendungszeitraum weit über eine Woche hinaus ausgedehnt.

Die Nasenspray Nebenwirkungen in Kürze

  • trocknet die Nasenschleimhaut aus
  • der Rebound-Effekt lässt die Nase im Anschluss noch mehr zuschwellen
  • weitere Bakterien und Fremdkörper können leichter eindringen

INFO: Zu viel Nasenspray kann ernsthafte gesundheitliche Folgen sowie eine schwere Abhängigkeit nach sich ziehen. Die Sprays sollte niemals länger als 10 Tage angewendet werden!

Nebenwirkungen und Folgen bei längerer Anwendung

Reagiert der Betroffene auf den Rebound-Effekt durch immer stärkeres Sprühen, verschlimmern sich Austrocknung und Reizung. Als Folge können sich in der Nase starke Verkrustungen, andauernde Entzündungen und Nasenbluten einstellen. Die Neigung zur zuschwellenden Nase kann über die Erkältung hinaus bestehen bleiben. Die Versuchung immer wieder zum Spray zu greifen ist dabei groß.

Langfristig erfolgt eine Ermüdung der Rezeptoren, die für das Abschwellen der Schleimhaut sorgen. Überstimuliert durch die künstlichen Eingriffe und die immer größer werdende chemische Belastung, stellen diese ihre Arbeit schließlich ein. Ein Teufelskreis entsteht, der schlimmstenfalls zur Abhängigkeit führt.

Diese Tipps helfen dabei, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen

  • Die Dosierungsempfehlungen müssen strikt eingehalten werden.
  • Das Spray von Anfang an sparsam dosieren und sogar etwas unter der empfohlenen Menge bleiben.
  • Vielen Erwachsenen helfen auch die niedrig dosierten Sprays für Kinder oder Babys wunderbar.
  • Werden die Beschwerden etwas leichter, das Spray nur noch abends zum Einschlafen und eventuell in der Nacht verwenden.
  • Bewegung tagsüber fördert die Durchblutung und damit das natürliche Abschwellen der Nasenschleimhaut.
  • Das Spray kann abwechselnd für nur ein Nasenloch verwendet werden.

Chronischer Schnupfen und Nasenspray

Nasenspray ist inzwischen das meistverkaufte frei erhältliche Arzneimittel in Deutschland. Die Zahlen werden inzwischen als Beleg für einen Missbrauch der Arznei angesehen. Experten gehen davon aus, dass zwischen 2,5 und 3 Millionen Menschen regelmäßig zu viel Nasenspray benutzen. Klar ist damit, dass die eigentlich für kurzzeitige Anwendung vorgesehenen Sprays auch gerne bei chronischem Schnupfen oder allergischem Schnupfen angewendet werden.

Nicht nur die Verschleppung einer Erkältungskrankheit kann zur chronischen Form des Schnupfens führen. Umweltreize durch zu viele Abgase, Ozon-Belatungen im Sommer, trockene Heizungsluft, stickige Büroräume und vieles mehr kann eine Nase dauerhaft reizen. Durch den chronischen Fluss versucht sich die Nase von Fremdstoffen zu befreien. Zum Zuschwellen kommt es durch Trockenheit, Reizung und Entzündung.

Medikamente wie die Antibaby-Pille, Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (Aspirin), Arzneien gegen Bluthochdruck oder Potenzmittel können die Nasenschleimhaut ebenfalls reizen und austrocknen lassen. Wer zu wenig trink, eine gestörte Darmflora hat und unter Dauerstress steht, erhöht die Gefahr für chronischen Schnupfen weiter. Ohne an die Nasenspray Nebenwirkungen zu denken, gibt es dann nach einem anstrengenden Tag nichts Befreienderes als den Griff zu diesem verharmlosten Medikament.

INFO:Chronischer Schnupfen gehört in ärztliche Behandlung. Die Selbstmedikation mit Nasenspray bringt Gefahren mit sich!

Schadet Nasenspray dem Herzen?

Herzschäden zählen nicht zu den direkten Nasenspray Nebenwirkungen. Tatsächlich ist es aber so, dass Schnupfen-Viren sich auf den Herzmuskel ausbreiten können. Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass es bis heute keine effektive Therapie für Schnupfen-Viren gibt. Nasenspray und Schmerzmittel können lediglich die Symptome lindern und erträglicher machen. Ein Schnupfen heilt in der Regel binnen einer Woche von selbst aus. Bedingung dafür sind allerdings Ruhe über den Tag und nachts erholsamer Schlaf.

Geht man diesem erhöhten Ruhebedürfnis nicht nach und bringt sich mit Medikamenten in Leistungsbereitschaft, kann sich dies auf das Herz auswirken. Ein Schnupfen wird in der heutigen Zeit leider kaum noch als „Ausrede“ für das Fernbleiben vom Arbeitsplatz akzeptiert. Doch das kann fatale Folgen haben. Breiten sich Viren auf das Herz aus, spricht man von einer Herzmuskelentzündung beziehungsweise Myokarditis. Beim Betroffenen kann sich dies zunächst durch ungewöhnliche Kurzatmigkeit und grippeartige Symptome bemerkbar machen. Leichtere Fälle heilen nach einigen Tagen von selbst wieder aus. Im schweren Verlauf kann es zu Herzrhythmusstörungen, Herzrasen und Wassereinlagerungen im Körper kommen.

In diesem Fall könnte man also von einer indirekten Nasenspray Nebenwirkung sprechen. Immerhin hilft es dem Erkrankten dabei, sich nicht ausreichend auszukurieren und mehr zu leisten, als der kranke Körper augenblicklich sollte.
Eine Krankheit sollte von Betroffenen immer als ein ernstzunehmendes Signal des eigenen Körpers betrachtet werden. Dieser „funkt“ in der Regel zuverlässig, was er zur Heilung braucht.

Eher selten sind direkte Auswirkungen der Nasensprays auf das Herz. Gelegentlich berichten Anwender von Herzrasen direkt nach einem Sprühstoß. Zudem kann eine dauerhaft verstopfte Nase die Atmung langfristig schwer beeinträchtigen. Dies kann sich im komplexen Zusammenspiel der Organfunktionen auch hindernd auf die Herzfunktion auswirken.

INFO:Akuter Schnupfen darf niemals unterschätzt werden. Wird er nicht auskuriert, kann das Herz beeinträchtigt werden!

Alternativen zu herkömmlichen Nasensprays

Der Markt bietet eine Vielzahl alternativer Hilfen für geplagte Nasen. Diese milderen Mittel helfen bestens bei akutem und chronischem Schnupfen.

  • Meerwasser Nasenspray ist eine ausgezeichnete naturheilkundliche Alternative.
  • Klassische Dampfbäder mit Kamille stellen eine Wohltat für die geplagte Nasenschleimhaut dar.
  • Nasenduschen mit einem speziellen Kännchen (aus der Ayurveda Heilkunde) spülen und beruhigen auf sanfte Weise.
  • Geplagte Nasen finden in Salzgrotten Erholung und Linderung.
  • Scharfes Essen mit Chili, Cayennepfeffer, Kurkuma oder Ingwer hilft bei der Durchblutung und kann die Nase öffnen.

Wenn bereits eine ernsthafte Sucht besteht

Die Abhängigkeit von den Sprays schleicht sich laut den Experten vom Deutschen Ärzteverband meistens ein. Die Nasenspray Nebenwirkungen werden aufgrund der positiven Werbung einfach unterschätzt. Ist es passiert, leiden die Menschen unter der Nasenspray Sucht. Schamgefühle hindern Betroffene viel zu lange, sich ärztliche Hilfe zu suchen. Wer seine Nasenschleimhaut durch langjährige Abhängigkeit bereits schwer beschädigt hat, sollte einen Hals-Nase-Ohren-Arzt aufsuchen. Ärzte können weitere Medikamente verschreiben, die einen stufenweisen Ausstieg erleichtern.

Leichtere Fälle profitieren von diesen Maßnahmen

  • Die Dosierung des Wirkstoffes langsam durch die Nutzung von Sprays für Babys und Kleinkinder reduzieren.
  • Zwischendurch alternative Mittel wie das Meerwasser Nasenspray anwenden.
  • Bewegung am Abend hilft dabei die Nase auf natürliche Weise zu öffnen.
  • Nasensalben helfen bei der Regeneration der Schleimhaut.
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