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15 Tipps bei Übelkeit in der Schwangerschaft

Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft

Nicht selten macht sich die eigentlich freudige Erkenntnis einer bestehenden Schwangerschaft durch eine regelmäßig auftretende Übelkeit bemerkbar. Rund 75 % aller schwangeren Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Übelkeit, wobei die Intensitäten jedoch ganz verschiedene Ausmaße annehmen können. Doch woher kommt diese typische Übelkeit eigentlich? Ist sie ein gutes oder ein schlechtes Zeichen und vor allem: Was kann man dagegen tun? Diese Fragen stellen sich nahezu alle Frauen, die in der Schwangerschaft unter Übelkeit leiden. Im folgenden werden zunächst die Ursachen von Schwangerschaftsübelkeit beschrieben und des weiteren 15 verschiedene Tipps gegeben, welche gegen die Übelkeit in der Schwangerschaft helfen.

Welche Ursache hat die Übelkeit in der Schwangerschaft?

Bereits ganz simple Gerüche, bestimmte Speisen oder Getränke können während der Schwangerschaft eine starke Übelkeit bis hin zum Erbrechen auslösen. Schwangere Frauen sind oft extrem empfindlich gegenüber Gerüchen. z. B. Von Speisen oder auch von Parfums, welche ihnen vor der Empfängnis überhaupt keine Regung erzeugt haben. Oft kommt die Übelkeit jedoch auch aus dem Nichts und hält nicht selten für mehrere Stunden an.

Die meisten Frauen sind insbesondere zwischen der 6. und 12. Schwangerschaftswoche davon betroffen und in der Regel ist die Übelkeit in den frühen Morgenstunden, also nach dem Aufstehen am intensivsten. Bei manchen Frauen hält diese Übelkeit jedoch auch den ganzen Tag an, sodass es schwierig werden kann, den Alltag zu bewältigen.

Zudem machen sich viele Sorgen darum, ob die bestehende Übelkeit ein schlechtes Zeichen ist und eventuell sogar dem Baby schaden könnte. Diese Sorge ist jedoch vollkommen unberechtigt. Alleine die hohe Anzahl an Frauen, die während ihrer Schwangerschaft unter Übelkeit leiden, zeigt schon, dass sie in gewissem Sinn eigentlich ganz normal ist.

Zu Beginn der Schwangerschaft, also im Frühstadium kurz nach der Empfängnis, verändert sich der Hormonhaushalt im Körper. Gerade in der ersten Wochen stellt sich der Körper hormonell also vollkommen um, was wiederum auch einen Einfluss auf das Geschmacks- sowie auf das Geruchsempfinden hat. In keinem anderen Lebensabschnitt verändert sich der Körper so stark wie in einer Schwangerschaft und gerät somit regelrecht in einen Ausnahmezustand. Das sich dies an ganz verschiedenen Stellen bemerkbar macht, ist vollkommen nachvollziehbar.

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass das Schwangerschaftshormon HCG, welches in den ersten Wochen eine extrem hohe Konzentration im Blut aufweist, für die Übelkeit sowie für eventuell auftretendes Erbrechen verantwortlich ist. Am höchsten konzentriert ist dieses Hormon zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche. Etwa nach dem dritten Schwangerschaftsmonat sinkt der HCG-Wert im Blut jedoch wieder langsam ab und in den meisten Fällen klingt dann auch die Übelkeit wieder langsam ab. Nur ganz selten zieht sich die Übelkeit durch die gesamte Schwangerschaft hindurch.

Übelkeit in der Schwangerschaft ist also vollkommen normal und schadet dem Kind keinesfalls. Nur in extremen Fällen, wenn es zum Beispiel aufgrund von starker Übelkeit nicht möglich ist, Nahrung aufzunehmen oder wenn eine Schwangere unter so starkem Erbrechen leidet, dass es ihr kaum möglich ist, Nahrung oder Flüssigkeit im Körper zu behalten, sollten in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. In solchen Fällen ist dann in der Regel auch ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus von Nöten.

Solche Ausnahmefälle gibt es allerdings eher selten, denn in der Regel hält sich das Ausmaß von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen. Dennoch leiden viele Frauen unter der Übelkeit in der Schwangerschaft, wodurch der Alltag zu einer echten Herausforderung werden kann. Glücklicherweise gibt es jedoch eine Reihe von Tipps und Tricks, welche zur Linderung der Beschwerden beitragen können.

15 Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft

Tipp 1 : Langsam und ruhig in den Tag starten

In der Schwangerschaft ist es wichtig, den Tag möglich gelassen und in aller Ruhe zu beginnen. Viele Frauen berichten darüber, dass die Übelkeit in der Schwangerschaft an jenen Tagen, an denen sie morgens eilig aus dem Bett gehüpft sind, schlimmer gewesen ist als an den Tagen, wo sie in aller Ruhe aufgestanden sind. Stellen Sie sich also den Wecker ruhig eine halbe Stunde früher, dann Sie ganz entspannt in den Tag starten können. Trinken Sie zudem ruhig noch im Bett eine Tasse Tee und nehmen einen kleinen Snack zu sich, bevor Sie „richtig“ aufstehen. Eine kleine Mahlzeit am Morgen, auch wenn es nur ein Zwieback oder eine Scheibe Weißbrot ist, hebt den Blutzuckerspiegel an. Dies ist wichtig, da ein niedriger Blutzuckerspiegel zu Übelkeit führen kann oder diese verstärkt.

Tipp 2 : Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen

Um Übelkeit in der Schwangerschaft vorzubeugen sollte der Blutzuckerspiegel über den gesamten Tag möglichst konstant gehalten werden. Deswegen empfiehlt es sich, möglichst mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, als etwa drei große Mahlzeiten. Ist die Zeitspanne zwischen den Mahlzeiten zu groß, so führt dies dazu, dass der Blutzuckerspiegel sinkt, wodurch sich die Übelkeit verstärken kann. Setzen Sie dabei im Idealfall auf kohlenhydratreiche und fettarme Lebensmittel.

Tipp 3 : Vitamin B6 und B12 zu sich nehmen

Die beiden Vitamine B6 und B12 tragen nachweislich zur Linderung von Übelkeit in der Schwangerschaft bei. B6 findet sich vor allem in Bananen, Vollkorngetreide, Weizenkeimen, Fleisch, Fisch, Sojaprodukten, Kohl, Lauch und Paprika. Vitamin B12 ist vor allem in Milch- und Milchprodukten, wie Eier oder Käse, Sauermilchprodukten und in Fleisch enthalten. Versuchen Sie demnach je nach Möglichkeit diese Lebensmittel in Ihren Speiseplan zu integrieren.

Tipp 4 : Nüsse oder Trockenobst knabbern

Ebenso kann es bei Übelkeit in der Schwangerschaft hilfreich sein, immer eine kleine Tüte mit getrockneten Früchten, wie z. B. Aprikosen oder Bananen, oder auch Nüsse Hand voll Nüsse, wie z.B. Haselnüsse oder Mandeln dabei zu haben und zwischendurch immer wieder zu knabbern. Vielen Frauen fühlen sich oft nicht hungrig und möchten nicht unbedingt etwas essen. Für solche Fälle sind kleine Knabbereien, wie zum Beispiel Mandeln ideal, vor allem dann, wenn sie ganz langsam gekaut werden.

Tipp 5 : An einer Zitrone oder Grapefruit schnuppern

Manchen Schwangeren hilft es auch, an einer aufgeschnittenen Zitrone oder Grapefruit zu schnuppern. Dafür einfach eine unbehandelte Grapefruit oder nach Belieben eine Zitrone aufschneiden und behutsam daran riechen. Nach Bedarf kann auch eine Zitronenscheibe langsam gelutscht werden oder dazu dienen, Tee oder Trinkwasser zu verfeinern. Alternativ können auch ätherische Öle dabei helfen, die Übelkeit zu lindern. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die ätherischen Öle unbedingt natürlichen Ursprungs sein sollten. Synthetische oder naturidentische Duftstoffe sind nicht empfehlenswert.

Tipp 6 : Zahnbürste und Zahnpasta wechseln

Manchmal können auch der Geruch sowie die Konsistenz der Zahnpasta oder die Größe und Beschaffenheit der Zahnbürste ein Auslöser für die Übelkeit in der Schwangerschaft sein. Viele schwangere Frauen empfinden elektrische Zahnbürste aufgrund des kleineren Bürstenkopfes als wesentlich angenehmer. Sollte der Geruch der Zahnpasta morgendliche Übelkeit auslösen, kann die Zahnpastasorte einfach gewechselt werden. Der Markt bietet hier ganz verschiedene Geschmacks- und auch Geruchsrichtungen an, welche somit eine sehr einfache Lösung darstellen. Die Zähne sollten übrigens nicht auf nüchternen Magen geputzt werden. Auch nach eventuell auftretenden Brechanfällen sollte mit dem Zähneputzen eine Weile gewartet werden, da der empfindliche Zahnschmelz sonst von der Magensäure angegriffen wird.

Tipp 7 : Tee trinken

Auch eine frisch gebrühte Tasse Tee kann bei Übelkeit in der Schwangerschaft Abhilfe schaffen. Besonders wohltuend sind hierbei Fenchel-, Kamille-, Anis- und Koriandertee.

Tipp 8 : Ingwer

Ein ebenfalls gut bewährtes Hausmittel gegen die morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft ist Ingwer. Ingwer kann entweder in Form von Tabletten, aber auch frisch zubereitet als Tee getrunken werden. Dafür am besten Ingwer aus der Apotheke verwenden. Für den Akutfall eignen sich Ingwerkapseln, die schnell wirken. Ansonsten können Sie einfach eine frische Ingwerknolle schälen, mit frischem Wasser übergießen und über den Tag verteilt trinken. Alternativ können Sie auch kleine Ingwerstücke kauen. Da Ingwer allerdings wehenfördernd wirken kann, sollte er nur in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten Anwendung finden.

Tipp 9 : Viel Flüssigkeit zu sich nehmen

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist gerade in der Schwangerschaft nicht nur wichtig, sondern kann auch gegen Übelkeit in der Schwangerschaft helfen. Am besten eignen sich stilles Wasser und ungesüßter Tee, hin und wieder ist auch ein Glas Fruchtsaft erlaubt. Wem das Trinken während der Übelkeit schwer fällt, kann auch einen Eiswürfel lutschen – auch das schafft bei vielen Schwangeren Abhilfe.

Tipp 10 : Lavendelkompressen

Kompressen mit Lavendel haben eine beruhigende und entspannende Wirkung, wenn sie auf Stirn und Magen gelegt werden. Auch hiermit können Sie bei Übelkeit in der Schwangerschaft Abhilfe schaffen.

Tipp 11 : Bitterstoffe und bittere Speisen

Bitter schmeckender Tee oder bittere Speisen wie zum Beispiel Rucola, Radicchio, Artischocken oder auch Pampelmusen können bei Übelkeit in der Schwangerschaft helfen. Oft haben Schwangere sogar einen größeren Appetit auf bittere Speisen, was dem Effekt zu Gute kommen. Hierbei also ruhig nach Lust und Laune zuschlagen.

Tipp 12 : Auf ein üppiges Abendessen verzichten

Wenn die Übelkeit in der Schwangerschaft vor allem in den frühen Morgenstunden besonders stark ausgeprägt ist, sollte auf ein üppiges und schwer verdauliches Abendessen besser verzichtet werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, möglichst nach 18:00 Uhr nichts mehr zu essen. Empfehlenswert sind in den Abendstunden vor allem eiweißreiche Lebensmittel.

Tipp 13 : Auslöser für Übelkeit vermeiden

Viele Frauen wissen nach einiger Zeit bereits, welche Gerüche für sie der Auslöser für die Übelkeit in der Schwangerschaft sind. Vermeiden Sie es, mit diesen Gerüchen in Kontakt zu kommen. Auch wenn es sich um scheinbar nicht ekelerregende Gerüche handelt, die für andere Menschen ganz normal sind, kann es für eine Schwangere der Auslöser von Übelkeit und Erbrechen sein. Das ist ganz normal und geht auch wieder vorbei – Zwingen Sie sich also nicht Gerüche zu ertragen, die für Sie unangenehm sind.

Tipp 14 : Frische Luft, Ruhe und ausreichend Schlaf

Egal wie stressig der Alltag auch sein mag – gönnen Sie sich in Ihrer Schwangerschaft ausreichend Ruhe und Schlaf. Das kommt nicht nur Ihrer Gesundheit zugute, sondern hilft auch gegen Übelkeit in der Schwangerschaft. Machen Sie zudem täglich kleinere Spaziergänge an der frischen Luft.

Tipp 15 : Sanfte Akupressur

Akupressur ist ein bewährtes Mittel, um Übelkeit in der Schwangerschaft kurzfristig Linderung zu verschaffen. Dafür den Akupressurpunkt Kai-Nuan am Handgelenk sanft drücken. Dieser befindet sich auf der Innenseite des Unterarms und liegt in etwa 2 bis 3 Fingerbreiten oberhalb des Handgelenks. Alternativ können auch spezielle Akupressur-Armbänder helfen. Diese sind in der Apotheke und teils auch in manchen Drogerien erhältlich.

Finden Sie heraus, was Ihnen persönlich am besten hilft!

Mit diesen 15 Tipps sollte es Ihnen nun gelingen, die Übelkeit in der Schwangerschaft zumindest zu lindern. Nicht jeder Tipps schlägt bei jeder Schwangeren an, da der Körper nun mal ganz verschieden reagiert. Probieren Sie die Tipps einfach aus und finden Sie selbst heraus, was bei Ihnen am besten funktioniert. Sollten jedoch die Auslöser für die Übelkeit, sowie die genannten Hilfsmittel undurchschaubar sein, so kann es hilfreich sein, ein Ess- und Schlafprotokoll zu führen. Darin tragen Sie kontinuierlich ein, was und wann Sie gegessen haben. Im Idealfall halten Sie auch Schlafenszeiten und besondere Ereignisse des Tages, wie zum Beispiel Stress, in Ihrem Protokoll fest. Mit Hilfe eines solchen Protokolls können schnell bestimmte Muster zur Kenntnis genommen werden. Sie können somit leichter feststellen, was bei Ihnen die morgendliche Übelkeit auslöst und auch, was Ihnen am besten gegen diese Übelkeit hilft. Denn wie bereits erwähnt, reagiert jeder Körper anders, sodass Sie für sich selbst die besten Hilfsmittel wählen müssen. Am wichtigsten ist jedoch, sich in der Schwangerschaft möglichst viel Ruhe und Entspannung zu gönnen. Der Körper wird gerade darauf vorbereitet, Höchstleistungen zu erbringen! Da sind Tage des Unwohlsein vollkommen in Ordnung und angebracht. Entspannen Sie sich und Ihren Körper und tun Sie möglichst das, was Ihnen gut tut. Sehen Sie Ihre Schwangerschaft als das an was sie ist – einen absoluten Ausnahmezustand Ihres Körpers – und freuen Sie sich auf Ihr Kind.

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