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Schwangerschaftstipps : 10 Tipps für eine entspannte Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft kann ganz schön anstrengend sein. Die Beine schmerzen und sind geschwollen, Schuhe passen nicht mehr richtig, und sämtliche Hosen und Röcke drücken an Bauch und Hintern … Der Körper einer Frau verändert sich während der Schwangerschaft, und zwar nicht nur im Bereich des Bauches. Das Gewebe wird insgesamt weicher und das hat rundere, weibliche Formen zur Folge, meist an Po, Oberschenkeln, Brust, Oberarmen und im Gesicht. Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen und Füßen sorgen für mehr Umfang. Dazu kommen Schlafstörungen aufgrund der mentalen Belastung, Hormonumstellungen und der immer mehr störende Bauch tun ein übriges. Gut, wenn man da ein paar Helferlein hat.

1. Hängekleidchen

Wenn der Bauch ständig wächst, werden Hosen und Röcke immer wieder zu eng. Nun kann man entweder ständig neue Kleidung kaufen (denn auch Umstandsmode passt selten während der gesamten Schwangerschaft), oder man entscheidet sich gleich für lose hängende Kleider, die dem Bauch die nötige Bewegungsfreiheit lassen. Die sind im Sommer sehr leicht und angenehm, im Winter kann eine Leggins darunter getragen werden. Hängekleidchen sind chic, sie kommen eigentlich nie aus der Mode. 

Viele Schwangere sind im Bauch- und Intimbereich während der Schwangerschaft außerdem etwas empfindlicher. Anliegende Kleidung führt zu Juckreiz, gereizter Haut und ist schlicht unangenehm. Mit lockeren Hängern ist auch dieses Problem gelöst.

2. Stillkissen

Wie der Name bereits sagt, sind diese langen, mit Kunststoffkügelchen oder Naturmaterialien gefüllten Kissen eigentlich für die Stillzeit gedacht. Sie dienen dazu, das Baby auf der richtigen Höhe vor der Brust zu halten und zugleich die Mutter zu entlasten, es also zu stützen. Während der Schwangerschaft ist das Stillkissen ein unentbehrlicher Helfer, denn es kann beim Sitzen auf dem Sofa oder im Sessel so um Rücken und Bauch gelegt werden, dass die Muskulatur entlastet ist. Rückenschmerzen und Verspannungen gehören damit der Vergangenheit an. Auch für eine gesegnete Nachtruhe sorgen Stillkissen, denn je größer der Bauch wird, desto unbeweglicher wird die Mutter. Wer sich richtig bettet und lagert, der schläft besser. Manche Frauen schlafen gegen Ende der Schwangerschaft nur noch auf der Seite – das Stillkissen im Rücken stützen, zwischen den Oberschenkeln für eine lockere Beinhaltung sorgen und vorne seitlich den schweren Bauch stützen. Die Investition in ein teureres Kissen aus Naturmaterialien lohnt sich, denn das Stillkissen kann während der Stillzeit genutzt werden und ist spätestens für Kinder im Krabbelalter ein wunderbares Turngerät.

3. Ohrstöpsel

Die Rede ist hier nicht von den wortwörtlichen Ohrstöpseln (Schießstöpsel oder Ohropax), sondern von geistigen Ohrstöpseln. Einfach mal abschalten und nicht zuhören. Denn als werdende Mutter bekommt man allerhand erzählt. Von gruseligen, schweren, tagelangen Geburten, inkompetenten Ärzten, fürchterlichen Krankenschwestern auf der Wochenstation, von Komplikation in der Schwangerschaft, Geburtsverletzungen, behinderten Kindern und weiß der Geier was noch alles. Dabei sind Angst und Sorgen das letzte, was eine Schwangere brauchen kann. Also besser nicht hinhören. Denn erstens ist man nicht die Freundin vom Bekannten des Postboten der Schwester rin der Nachbarstadt, die in der Geburtsbadewanne fast ertrunken ist, und zweitens haben solche Erzählungen zwar oft einen wahren Kern, den man aber mit der Lupe suchen muss. Abschalten und entspannen. Wenn die beste Freundin einfach nicht die Klappe halten kann, dann darf sie eben nicht mehr zum Kaffeetrinken vorbeikommen. Und das gilt auch für die eigene Mutter, Schwiegereltern, Freunde der Tochter und alle anderen, die Sorgen und Not verbreiten.

4. Flugbegleiter-Strümpfe

Nein, Sie sollten während der Schwangerschaft keine stressigen Urlaubsreisen nach Übersee unternehmen. Flugbegleiter-Strümpfe sind trotzdem eine Wohltat, denn sie tun das Gleiche wie eine Stützstrumpfhose. Allerdings sind sie angenehmer zu tragen, dünner und pflegeleichter. Und sie sehen besser aus! Omas Thrombosestrümpfe will niemand haben, denn die engen die Zehen ein, kneifen an den Fersen und sind furchtbar schwer anzuziehen. Kein Mensch findet sowas sexy. Solange keine medizinische Indikation vorliegt, kann man darauf auch gut verzichten. Wer in der Schwangerschaft viel und lange sitzt, sollte dennoch etwas zur Unterstützung der Beinvenen tun, und da haben sich die Flugbegleiter-Strümpfe bewährt. Es gibt sie in leichter und fortgeschrittener Stützklasse, sie sind hautfarben, unsichtbar oder schwarz (passen also auch zum knielangen Rock im Büro), und sie kosten nicht viel. Es gibt sie in fast jedem Kaufhaus bei den Nylonstrümpfen, man muss also nicht einmal ein Sanitätshaus aufsuchen.

5. Eine Dauerkarte für Schwimmbad und Sauna

Schwangere sollten sich schonen? Na klar. Aber mal ehrlich – Schwimmen ist doch keine Anstrengung! Mäßig anstrengende Bewegung im warmen Wasser tut sehr gut. Denn die Muskeln werden sanft trainiert, die Ausdauer (die man spätestens bei der Geburt braucht) wird trainiert, und die Gelenke werden geschont. Vor allem Beckenboden-, Bein- und Rückenmuskulatur können beim Schwimmen und bei sanfter Bewegung im Wasser auf äußerst angenehme Art und Weise trainiert werden. 

Und die Saunakarte? Die dient der Motivation. Denn wer sich im Schwimmbecken abrackert, der darf danach selbstverständlich in der Sauna entspannen. Bei Kreislaufproblemen ist die Softsauna (bis 70° C) besser als die Finnische Sauna, und wer bereits Kinder hat, kann die da auch gut und gerne mitnehmen. Denn Mamas nackter Bauch ist für Kinder interessant! Die bauen im Schwimmbad und in der Sauna vielleicht sogar eine ganz besondere Beziehung zu dem neuen Kind in der Familie auf. 

6. Hebamme

Klar, man braucht sie nicht unbedingt. Die Vorsorgeuntersuchungen macht der Gynäkologe, den Geburtsvorbereitungskurs macht die Yoga-Lehrerin, und die Geburt wird bei einem Ärzteteam im Krankenhaus absolviert. Alles Profis, alles reibungslos. Wirklich? Die Realität sieht anders aus. Vorsorgeuntersuchungen sind bei einer Hebamme, die Hausbesuche macht, sehr viel stressfreier und angenehmer als beim Gynäkologen, der Patientinnen gegebenenfalls ordentlich im Wartezimmer sitzen lässt. Der Geburtsvorbereitungskurs, der bei der gleichen Hebamme besucht wird, die auch die Vorsorgeuntersuchungen macht, bringt meist mehr – denn individuelle Probleme und Sorgen werden angesprochen. Und bei der Geburt sollte eine Hebamme anwesend sein, die dieses wunderschöne Ereignis nicht als medizinisches Problem ansieht (wie dies die meisten Ärzte tun), sondern als einen ganz natürlichen Vorgang. Viele Hebammen, die Vorsorgeleistungen anbieten, sind auch als Beleghebammen in Krankenhäusern tätig. Es ist also durchaus möglich, eine einzige Hebamme während der gesamten Schwangerschaft, der Geburt und der folgenden Stillzeit als Ansprechpartnerin zu haben. Die wird schnell zu einer Art guter Freundin und kümmert sich auch um die schwangerschaftsbezogenen Probleme von Vätern und Geschwisterkindern. Unentbehrlich!

7. Ein Buch mit Kinderliedern

Das klingt banal, denn wer verbringt die Schwangerschaft schon fröhlich trällernd, und dann auch noch Kinderlieder? Es zahlt sich aus. Spätestens ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat lauschen die kleinen Bauchbewohner nämlich schon ganz intensiv, wenn Mama mit ihnen Kontakt aufnimmt. Sie reagieren mit Strampeln und Zappeln, mit Knüffen und Tritten. Schön ist es, wenn Mama eine Hand auf den Bauch legt und sanft nach dem Kind tastet. Meist streckt sich ihr dann ein berührungshungriges Händchen, Füßchen oder ein kleiner Popo entgegen. Denn auch ungeborene Kinder haben Tastsinn. Sie haben Vorlieben, wie sie mit ihrer Mutter Kontakt aufnehmen. Und sie mögen Mamas Stimme. Wenn Mama zur Beruhigung kleiner Zappelkinder im Bauch immer wieder das gleiche Kinderlied singt und dabei gegebenenfalls noch den Bauch streichelt, dann beruhigt sich der Bauchbewohner leicht. Und erfahrungsgemäß erkennen Kinder nach der Geburt die Lieder wieder, lassen sich dann also immer noch gut beruhigen. Gut, wenn man dann textfest ist! Papa darf übrigens auch singen. Das kommt ebenfalls gut an.

8. Olivenöl

Es geht hier nicht um den Cholesterinspiegel, der mit Olivenöl gesenkt werden kann oder vielleicht auch nicht. Es geht um Haut und Haar. Schwangere sind aufgrund der körperlichen Belastung und der hormonellen Veränderungen empfindlich. Die meisten Cremes und Lotions, die im Handel erhältlich sind, enthalten Parfüm, Konservierungsmittel, Farbstoffe oder Mineralölauszüge. Das ist Gift für gereizte Haut. Hochwertige Pflanzenöle von Weleda und ähnlichen Firmen sind eine Alternative, werden aber auch aus verschiedenen Ölen gemischt und riechen manchmal sehr stark. Das kann Brechreiz auslösen. Einfaches Olivenöl tut der Haut gut. Wer den Geruch nicht mag, kann Nussöle verwenden. Kaltgepresste, hochwertige Öle aus der Lebensmittelabteilung im Kaufhaus sind immer gut geeignet. Und auch brüchige Haare lassen sich mit ein paar Tropfen Öl, das nach dem Waschen ins feuchte Haar massiert wird, gut pflegen. Teure Spülungen und chemische Sprays sind unnötig.

Und zu guter Letzt bleibt noch die Massage. Wenn der werdende Papa der werdenden Mama etwas Gutes tun will, darf er abends Füße, Beine und Bauch massieren, gerne auch den Rücken. Eine sanfte Dammmassage für dehnbares Gewebe an der bei der Geburt wichtigsten Stelle macht die werdende Mutter wahrscheinlich lieber selbst: Olivenöl ist auch hier sehr verträglich. Denn die Haut am Damm ist empfindlich und im Normalfall nicht an Pflegeprodukte gewöhnt.

9. Nüsse und Fruchtsaft

Schwangere haben die seltsamsten Gelüste, was das Essen angeht. Das ist ganz normal. Und es ist auch normal, dass man zunimmt, viel mehr Kalorien verbraucht als sonst. Natürlich braucht das wachsende Kind im Bauch nicht soviel mehr – daher wird immer zu etwa 200 Kalorien mehr täglich geraten. Tatsächlich braucht eine Mama, die plötzlich fünf, zehn oder fünfzehn Kilogramm mehr durch den Alltag schleppt, allein für den Transport des zusätzlichen Gewichtes einiges mehr an Energie. Gut, wenn man den Energiespeicher mit möglichst hochwertigen Lebensmitteln auffüllt. Nüsse kann man mal eben schnell aus der Hand essen, ohne sich im Büro zu bekleckern oder die Computertastatur vollzukrümeln. Von Seeberger, Ültje und anderen Firmen bekommt man gute Produkte, die auch nicht immer gesalzen sein müssen, im Reformhaus gibt es die Bio-Variante. Nüsse enthalten nicht nur viel Fett und Kohlenhydrate, sondern pflanzliches Eiweiß, Vitamine und sehr viele Mineralstoffe. Nüsse und Samen (Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam et cetera) sind Kraftfutter, für Mama und Kind. Wenn das dann noch mit einem Schuss frischem Fruchtsaft (nicht Schorle oder Limonade) ergänzt wird, so dass genügend Vitamin C vorhanden ist, dann kann nichts mehr schiefgehen.

10. Pezziball

Nein, Sie müssen nicht anfangen, seltsame Verrenkungen zur Stärkung Ihrer Rückenmuskulatur zu machen. Dürfen Sie aber, wenn Sie wollen. Der Pezziball soll den Bürostuhl ersetzen. Langes Sitzen ist vor allem gegen Ende der Schwangerschaft ungemütlich, denn der Beckenboden kneift, der Hintern tut aufgrund des höheren Gewichts weh, der Rücken schmerzt, und in Schultern und Nacken drohen Verspannungsschmerzen. Ein Gymnastikball zum Sitzen, der die richtige Höhe hat und stramm aufgeblasen ist, macht das Sitzen angenehmer. Leichtes Schaukeln oder Wippen oder Hopsen entspannt die Muskulatur und kann zappelige Babys beruhigen. Unangenehme Wehen lassen sich auf dem Ball leichter ertragen als auf einem harten Stuhl. Und schließlich kommt der Ball auch während der Geburt zum Einsatz: Eine sehr beliebte Geburtsposition ergibt sich, wenn die Schwangere mit dem Oberkörper vornüber auf den Ball gestützt ist und kniet. Nach der Geburt kann der Ball zum Hopsen genutzt werden, denn monotones sanftes Hüpfen bringt müde Babys schnell zum Einschlafen. Für ältere Kinder ist der Ball als Turngerät interessiert, später dann als „Schreibtischstuhl“. Eine Investition für ein halbes Menschenleben also!

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