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Citalopram gefährliches Antidepressiva? – Wirkung, Nebenwirkung und Suizidgefahr

Citalopram Vorgeschichte

Der Citalopram Wirkstoff ist heute das meistverkaufte Antidepressivum in Deutschland. Der Wirkstoff Citalopram wurde im Jahr 1989 von dem dänischen Pharma-Unternehmen Lundbeck entwickelt. Erst im Jahr 1996 erfolgte die Zulassung des Medikamentes in Deutschland.
Als dann das Patent der H. Lundbeck A/S im Jahr 2003 auslief, kamen Nachahmungen (Generika) auf den Markt. Generika sind Produkte, die denselben pharmazeutischen Wirkstoff in Menge und Darreichungsform enthalten wie das Originalpräparat. Den Unterschied machen hauptsächlich die Hilfsstoffe. Die wirkstoffgleichen Kopien sind allerdings bedeutend günstiger als das Original Cipramil.

Citalopram ist ein Psychopharmakon (Antidepressivum) und unter verschiedenen Bezeichnungen auf dem Markt erhältlich. Citalopram gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer SSRI.
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wirken auf den Serotonin-Stoffwechsel, indem Sie die Zelltransporter blockieren, die das Serotonin in die Ursprungszellen zurücktransportieren. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung der Neurotransmitter-Konzentration im synaptischen Spalt zwischen zwei Zellen und zu einer stimmungsaufhellenden und angstlindernden Wirkung. Der Patient nimmt auf diesem Weg das Erlebte anders wahr, sodass er ein annähernd normales Leben führen kann. Doch wie bei jedem anderen Medikament zeigt auch Citalopram Nebenwirkungen und Gefahrenpotenzial. So liegen für die Einnahme von Citalopram in der Schwangerschaft nicht genügend Erkenntnisse über die möglichen Risiken vor. Deshalb sollte das Medikament während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden und wenn doch, dann nur bei eindeutiger Notwendigkeit und nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden Arzt. Ebenfalls riskant ist die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol und bei bestimmten Vorerkrankungen. Wer aufgrund dieser Erkrankungen schon andere Medikamente einnimmt, muss damit rechnen, dass diese mit Citalopram Wechselwirkungen hervorrufen. Vorsicht ist geboten bei Patienten, die suizidgefährdet sind. In den ersten Wochen, schon bevor das Medikament seine volle Wirkung zeigt, setzt die Bereitschaft ein, aktiver zu werden. In dieser Zeit kann es verstärkt zu Selbstmordgedanken kommen und auch zu suizidalen Handlungen. Deshalb sollte Citalopram nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Citalopram – wann wird es angewendet?

Citalopram wurde von den Arzneimittelbehörden als Mittel der Wahl zugelassen bei:

  • Depressiven Erkrankungen, vor allem bei Episoden einer schweren Depression, auch Major Depression genannt. Bei einer Major Depression sind die Betroffenen extrem traurig, hoffnungs- und antriebslos. Sie haben an nichts Interesse, keinen Appetit und leiden unter Schlaflosigkeit. Durch das vernichtende Gefühl der Wertlosigkeit entwickeln sie eine pessimistische Einstellung zu ihrem Leben, was Suizidgedanken und leider auch Suizidhandlungen fördert. In vielen Fällen bestehen zusätzlich Angststörungen.
  • Panikstörungen, anfallsartigen, sehr intensiven Panikattacken, die mit extremer Angst und körperlichen Symptomen wie Zittern, Schwitzen und Herzklopfen einhergehen. Die Betroffenen empfinden die Symptome derart stark, dass sie Angst haben in Ohnmacht zu fallen, zu ersticken oder mindestens einen Herzinfarkt zu erleiden.

Kommt eine Agoraphobie (Platzangst) hinzu, können die erlebten Panikattacken Vermeidungsverhalten bewirken. Das kann im Extremfall dazu führen, dass die betroffenen Personen ihre Wohnung nicht mehr verlassen.

Citalopram – Dosierung und Einnahme

Der Citalopram Wirkstoff ist erhältlich in folgenden Dosierungen:

  • 10 mg Citalopram
  • 20 mg Citalopram
  • 30 mg Citalopram
  • 40 mg Citalopram

Die Tageshöchstdosis beträgt 40 mg. Bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, sollte maximal die Hälfte der Tageshöchstdosis verabreicht werden.

Die Wirkstoffgröße wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Normalerweise beginnt die Eingewöhnungsphase mit 10 mg und wird auf die optimale Dosierung gesteigert. Es muss nur eine Tablette pro Tag eingenommen werden. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten mit einem Schluck Wasser erfolgen. Da Citalopram anregend wirkt, richtet sich der Einnahmezeitpunkt danach, wie die Medikation am besten vertragen wird.

Citalopram – richtige Einnahme

Es ist wichtig, dass Sie die Tablette immer zur gleichen, einmal gewählten Zeit einnehmen und sich genau nach der Anweisung ihres behandelnden Arztes richten. Erhöhen oder verringern Sie nicht eigenmächtig die Dosis, ohne vorher mit ihm gesprochen zu haben. Nehmen Sie bereits Medikamente ein, vor allem solche, die sie rezeptfrei in der Apotheke erworben haben, sollten Sie beim Arzttermin abklären, ob auf irgendeine Art Citalopram Wechselwirkungen mit den Präparaten zu erwarten sind. Selbst bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut besteht eine erhöhte Gefahr von Citalopram Nebenwirkungen. Besonders kritisch ist die gleichzeitige Einnahme der MAO-Hemmer, da hierdurch das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom ausgelöst werden kann. (MAO-Hemmer sind Psychopharmaka, die Monoamine wie das Serotonin aufspalten, was zur Verringerung der Signalübertragung im Gehirn führt).

Citalopram 10 mg

Als Anfangsdosis sollten 10 mg bis 20 mg Citalopram nicht überschritten werden. Meist sind 10 mg Citalopram die Einstiegsmedikation. Damit kann sich der Patient einschleichend an das Präparat gewöhnen.

Citalopram 20 mg

In den meisten Fällen werden 20 mg Citalopram verordnet. Die Menge kann dann unter ärztlicher Beobachtung bis auf 40 mg erhöht werden. Da bei älteren Patienten (> 65 Jahre) das Citalopram in der Leber langsamer abgebaut wird, sollte diese Personengruppe täglich nicht mehr als 20 mg Citalopram einnehmen. Das Gleiche gilt für Patienten mit Leberfunktionsstörungen.

Citalopram 30 mg

Die Tabletten mit 30 mg Citalopram sind nicht geeignet für Patienten über 65 Jahren. Wenn bei Behandlungsbeginn mit der Wirkstoffmenge angefangen wird, kann es sein, dass bei einigen Patienten Citalopram Nebenwirkungen wie Unruhe, Verwirrtheit, Angst, Konzentrationsstörungen, Durchfall, Erbrechen oder Herzrasen auftreten. Diese Symptome sind meist abgemildert und vorübergehend. Allerdings ist es immens wichtig, dass die Dosierung nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verändert oder die Tabletteneinnahme abgebrochen wird.

Citalopram 40 mg

Diese Dosierung darf nur unter bestimmten Voraussetzungen und mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Bitte richten Sie sich nach den Vorgaben Ihres Arztes und informieren Sie ihn auch über Erkrankungen, die früher einmal zutrafen.
Sie sollten Citalopram 40 mg nicht einnehmen, wenn Sie gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die auf Serotonin reagieren oder Serotonin enthalten (serotonerge Wirkstoffe), wie zum Beispiel Tramadol oder Tryptophan (Serotoninvorstufe). Durch das Zusammenspiel sich gegenseitig verstärkender Medikamente besteht die Gefahr eines Serotonin-Syndroms. Mögliche Anzeichen sind: Angst, Aufregung, Desorientierung, Ruhelosigkeit, Zittern, unwillkürliches Zucken von Muskeln oder Muskelgruppen, Muskelsteifigkeit, Bluthochdruck, Herzjagen, beschleunigte Atmung, Fieber, Pupillenerweiterung, Schwitzen, Schüttelfrost, Erbrechen, Durchfall und unregelmäßige Herztätigkeit.
Wichtig: Wenn solche Symptome auftreten, sollten Sie sich sofort mit ihrem behandelnden Arzt in Verbindung setzen.

Citalopram – die ersten 14 Tage

Erst nach zwei bis drei Wochen zeigt sich die stimmungsaufhellende, das Seelenleben normalisierende Wirkung. Manchmal kann es auch länger dauern und es ist möglich, dass sich die Symptome anfangs sogar verstärken. Doch das legt sich im Laufe der Behandlung. Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn die Nebenwirkungen zu belastend für Sie sind. Er wird die Eingewöhnungsphase dann mit entsprechenden Mitteln erträglicher gestalten. Verändern Sie auf keinen Fall die Dosierung, und hören Sie nicht eigenständig mit der Einnahme auf.

Citalopram – Suizidgedanken in den ersten 14 Tagen

Da Citalopram anregend wirkt, hat es schon zu Anfang einen antriebsteigernden Effekt. Allerdings setzt zu diesem Zeitpunkt noch nicht die stimmungsaufhellende Wirkung ein und so kann es sein, dass sich der Patient zu einer suizidalen Handlung hinreißen lässt. Dieses Risiko besteht vor allem, wenn er schon im Vorfeld mit solchen Gedanken gespielt hatte. In einem solchen Fall ist während der Eingewöhnung eine genaue Beobachtung durch den behandelnden Arzt unerlässlich. Auch nahe stehende Personen können hier hilfreich zur Seite stehen.

Citalopram Nebenwirkungen

Meist beginnt die Therapie mit der einschleichenden Dosis von 10 mg Citalopram. Während der ersten drei Wochen kann es dennoch zur Verschlimmerung der Symptome kommen. Beispiele hierfür können sein: Ängste, nächtliche Unruhe, Mundtrockenheit, morgendlicher Brechreiz, Panikattacken.
Bis sich Ihr Körper an das Medikament gewöhnt hat, können weiterhin auftreten: Aggressivität, Albträume, Aufmerksamkeitsstörungen, Bauchschmerzen, Durchfall, erhöhte Leberwerte, Gelenk-und Gliederschmerzen, Geschmacksstörungen, Gewichtsveränderung, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Kribbelgefühle, Nervosität, Ohrgeräusche, Orgasmus-Störung, Potenzstörung, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, vermehrtes Schwitzen, Sehstörung, Tinnitus, Tremor, Übelkeit, vermehrte Neigung zum Suizid, verminderter Appetit oder verringerter Spaß am Sex.

Citalopram vermehrtes Schwitzen

Wenn Sie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer SSRI einnehmen, kann es während der Eingewöhnungszeit zur Verschlimmerung der Symptome kommen. Ein sehr unangenehmes Symptom ist das vermehrte Schwitzen (sekundäre Hyperhidrose). Der Patient schwitzt am ganzen Körper, was dazu führt, dass sich jeder Körperbereich tropfnass anfühlt. Hat sich ihr Körper erst einmal an das Citalopram gewöhnt, verschwindet dieses Symptom wieder.

Citalopram verringerte Libido

Eine häufige Begleiterscheinung bei Depressionen ist neben der Antriebslosigkeit auch die Lustlosigkeit. Gegen Depressionen werden in den meisten Fällen Psychopharmaka der neuen Klasse (SSRI) verschrieben, die den Patienten das Leben erträglicher machen sollen. Das gelingt auch bis zu einem gewissen Grad, allerdings nicht in Bezug auf das sexuelle Empfinden. In diesem Bereich kann es zum Libidoverlust (fehlende Lust auf Sexualität) kommen, was für viele Patienten ein zentrales Problem bei der Einnahme von Citalopram darstellt.

Citalopram Schlafstörungen und Schlaflosigkeit

Gerade Menschen mit psychischen Problemen finden nachts häufig nicht in den Schlaf. Werden ihnen Psychopharmaka verschrieben, erwarten sie nach der Einnahme der Tabletten eine erholsame Nachtruhe. Doch leider bewirken die Medikamente oft das Gegenteil. Gerade Schlafstörungen bis hin zur Schlaflosigkeit sind sehr häufige Citalopram Nebenwirkungen.

Citalopram Ängstlichkeit, Nervosität, Verwirrtheit und Soziale Phobie

Die Symptome Ängstlichkeit, Nervosität und Verwirrtheit sind Citalopram Nebenwirkungen, die häufig beziehungsweise sehr häufig auftreten.
Von den eventuell zusätzlich bestehenden Angststörungen ist die Soziale Phobie besonders belastend. Sie gilt als eine der häufigsten Angststörungen. Die von der Angststörung betroffenen Menschen versuchen möglichst Situationen zu vermeiden, bei denen sie im Mittelpunkt des Interesses stehen. Sie befürchten, dass andere Menschen sie als merkwürdig empfingen oder sich über sie lustig machen. Deshalb entwickeln Sie ein perfektes Vermeidungsverhalten, das sie allerdings konsequent in die soziale Isolation führt aus der sie ohne professionelle Hilfe nicht mehr herausfinden.

Citalopram Anormale Träume / Albträume

Wie die meisten Psychopharmaka hat Citalopram die Eigenschaft, die Träume zu beeinflussen. Dabei kann es zu extrem beängstigenden Albträumen oder auch anormalen Träumen kommen. Da die REM-Phase bei depressiven Menschen länger andauert, erleben die Betroffenen die Träume intensiver als gesunde Menschen. Als eine der Citalopram Nebenwirkungen können Albträume in der Eingewöhnungszeit verstärkt auftreten. Diese Symptomverschlimmerung flacht meist innerhalb weniger Wochen ab. Sie kann allerdings auch mal sechs bis neun Monate andauern.

Citalopram Blutdruck

Menschen mit depressiven Verstimmungen und Angststörungen leiden häufig an Bluthochdruck, weshalb sie ein erhöhtes Risiko haben, an Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken. Citalopram bewirkt, dass sich der Blutdruck nach der Eingewöhnungsphase senkt. In der Zeit, bis sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat, kann es allerdings zu Bluthochdruck kommen. Regelmäßiges Blutdruckmessen ist hier dringend anzuraten.

Citalopram Überdosierung

Überdosierungen zeigen sich mit folgenden Citalopram Nebenwirkungen: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Gangstörung, Pupillenerweiterung, Schläfrigkeit bis hin zum Koma, Blutdruckabfall, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen oder Krampfanfälle. Doch selbst im Bereich der verordneten Dosierung kann es zu EKG-Veränderungen kommen, denn Citalopram wirkt auf das Herz-Kreislauf-System.
Werden noch andere Medikamente eingenommen, besteht die Gefahr, dass es durch Wechselwirkung zu Vergiftungssymptomen kommt und die durch Citalopram tödliche Dosis fast schon erreicht ist. Dann muss schnell gehandelt und der Patient schnellstmöglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Worauf Sie bei der Einnahme von Citalopram unbedingt achten sollten:

Citalopram ist eines der sichersten Psychopharmaka mit im Verhältnis wenigen Citalopram Nebenwirkungen. Dennoch gibt es bei der Einnahme einiges zu beachten:

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht mit Citalopram therapiert werden, da dieser selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer SSRI das Suizidrisiko verdoppelt.
  • Während der Schwangerschaft sollte mit Citalopram nur unter strenger Kontrolle und sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko therapiert werden.
  • Da bei älteren Personen (> 65 Jahre) der Abbau von Citalopram über die Leber länger dauert, sollte nur die halbe Dosis der normal vorgesehenen Dosierung verabreicht werden.
  • Bei eingeschränkter Leberfunktion ist es wichtig, dass nur mit niedriger Dosierung angefangen wird. Die Steigerung der Dosis sollte langsam, unter ärztlicher Kontrolle und mit regelmäßiger Überprüfung der Leberwerte erfolgen.
  • Alkohol sollte während der gesamten Zeit der Therapie mit Citalopram gemieden werden.
  • Sollten sich Leberfunktionsstörungen anmelden, vor allem durch gelbliche Verfärbung der Haut und Augen (Ikterus), Druck- und Völlegefühl im Oberbauch sowie Übelkeit und Erbrechen, dann muss sofort der behandelnde Arzt informiert werden.
  • Ab dem 50. Lebensjahr kann es bei zu raschem Dosisanstieg, zu hoher Dosierung oder der Kombination mehrerer Arzneimittel, zum Beispiel Antidepressiva und antipsychotisch wirkende Neuroleptika, zu Verwirrtheitszuständen kommen. Es können Symptome auftreten wie Angst, Herzrasen, motorische Unruhe, schnelle Atmung, Temperaturanstieg, weite Pupillen oder Gesichtsrötung. Zudem erleben die Patienten beunruhigende Träume, sie finden sich in ihrer Umgebung nicht mehr zurecht, sind zeitlich desorientiert und unterliegen Sinnestäuschungen, was unter anderem das Sehen, Hören und Fühlen betrifft. Sollten sich solche Symptome abzeichnen, wird es allerhöchste Zeit, dass der Notarztwagen (112) gerufen wird.
  • Um Wechselwirkungen mit anderen Substanzen zu vermeiden, sollten die aktuell verschriebenen und die evtl. rezeptfreien Arzneimittel auf die Möglichkeit von Arzneimittel-Interaktionen überprüft und wenn möglich durch weniger gefährdende Medikamente ausgetauscht werden.

Citalopram in der Schwangerschaft / Stillzeit

Es gibt keine verlässlichen Daten zur Einnahme von Citalopram während der Schwangerschaft. Deshalb wird der behandelnde Arzt das Medikament nur bei eindeutiger Notwendigkeit und nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko verordnen. Sollte dennoch eine Therapie mit Citalopram notwendig sein, könnten schon am Tag nach der Entbindung Entzugserscheinungen beim Neugeborenen auftreten. Unter anderem wären das: Atemnot, Zyanose (Sauerstoffmangel im Blut mit blauroter Verfärbung der Haut und Schleimhäute), Apnoe (Atemstillstand), Krampfanfälle, Erbrechen, Hypoglykämie (Unterzuckerung), ständiges Schreien und nervöses Zittern, um nur einige zu nennen.
Während der Stillzeit ist Vorsicht geboten, da hierzu keine ausreichenden Informationen vorliegen.

Citalopram mit Alkohol

Während der Einnahme von Citalopram sollte der Genuss von Alkohol vermieden werden, da eine erhöhte Empfindlichkeit für Alkohol besteht. Je nachdem, welche Mengen an Alkohol konsumiert werden, hat das Auswirkung auf den Abbau des Alkohols in der Leber. Da auch das Citalopram größtenteils in der Leber abgebaut wird, konkurrieren sie miteinander und bewirken dadurch, dass ihre Wirkung länger anhält und so zu Alkohol sowie Citalopram Wechselwirkungen führen kann. Eine mögliche Nebenwirkung von Citalopram ist die Aggressivität, die sich in Verbindung mit Alkohol in den meisten Fällen steigert. Weitere sich verstärkende Citalopram Nebenwirkungen könnten zum Beispiel sein: Schläfrigkeit und Suizidgedanken. Aber auch schon bei Verzehr von normalen Alkoholmengen kann es zum „Kater“ kommen, der vom medizinischen Standpunkt aus einer leichten Alkoholvergiftung gleicht. Mit Symptomen wie starkem Durst, starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, einem ausgeprägten Schwächegefühl und möglicherweise noch immer dem Erbrechen von Restbeständen des Magens.
Zudem besteht die Gefahr des Serotonin-Syndroms, mit den Anzeichen der massiven Bewusstseinsveränderung und mit Muskelzuckungen. Wenn nicht umgehend medizinisch geholfen wird, kann der Notfall tödlich enden. Die durch alkoholische Getränke in Verbindung mit Citalopram tödliche Dosis kann im Vorfeld nicht bestimmt werden. Die Toleranzgrenze ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Wie wird Citalopram abgesetzt?

Während der Einnahmezeit hat sich der Körper an den Wirkstoff Citalopram gewöhnt. Soll die Therapie beendet werden, muss die Wirkstoffdosis entsprechend der ärztlichen Anweisung langsam und über einen längeren Zeitraum reduziert werden.

Citalopram nach kurzer Zeit absetzen

Wenn Sie das Medikament innerhalb zu kurzer Zeit absetzen, kann es zu schweren Entzugserscheinungen kommen. Vor allem frühere depressive Symptome können verstärkt auftreten. Einige Patienten berichteten, dass sie unter plötzlich auftretenden, stromschlagähnlichen Schmerzen zu leiden hatten.
Deshalb sollte die Dosis ausschleichend (schrittweise) verringert werden. Damit die Entzugserscheinung möglichst gering gehalten werden, ist es hilfreich, wenn der behandelnde Arzt die Dosisreduktion begleitet.

Citalopram Entzug

Wenn der Patient nach einiger Zeit mit der Medikamenteneinnahme aufhören möchte, kann es sein, dass es zu mehr oder weniger starken Entzugssymptomen kommt wie Kopfschmerzen, ständige Übelkeit und gleichzeitiger Durchfall, Schlafprobleme, Unruhe, Schwindel oder grippeähnliche Zustände bis hin zur Taubheit in den Extremitäten. Die Beschwerden sind in manchen Fällen so stark, dass die betroffenen Patienten lieber wieder die Medikamente einnehmen. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus spricht man bei den Entzugssymptomen vom SSRI-Absetzungssyndrom. Viele Beschwerden können allerdings nicht eindeutig dem SSRI-Absetzungssyndrom zugeordnet werden.
Da es beim Entzug zu Symptomen wie bei einer wieder auftretenden Depression kommt, besteht die Möglichkeit, dass sich ein dauerhaftes Entzugssyndrom beziehungsweise Absetzungssyndrom entwickelt. Dieses Syndrom kann Monate bis Jahre anhalten. Leider wird es oftmals als Rückfall angesehen und mit einer höheren Psychopharmaka-Dosierung behandelt.

Natürliche Citalopram Alternative – 5-HTP

5-Hydroxytryptophan (5-HTP) ist eine direkte Vorstufe von Serotonin. Es wird aus den Samen der Afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) isoliert und wirkt zum Beispiel bei:

  • Stimmungsschwankungen

Als Vorstufe des Serotonins, kann aus 5-HTP im Körper mit einem Schritt Serotonin hergestellt werden.

  • Schlafstörungen

Es wirkt indirekt schlaffördernd, weil der gesunde Serotoninspiegel Auswirkungen auf den Melatonin-Spiegel hat, der wiederum für den erholsamen Schlaf zuständig ist.

  • Übergewicht

Das Serotonin reguliert den Appetit und kann daher beim Abnehmen helfen.

  • Fibromyalgie (eine rheumatische Erkrankung)

Man vermutet bei der Fibromyalgie einen zu niedrigen Serotoninspiegel. Symptome sind unter anderem Muskel- und Sehnenschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit.

  • Depressionen

Zur Diagnose, ob es sich um eine Depression handeln könnte, gibt es drei abnorme Stimmungsarten, die alle einzeln auf eine Depression hindeuten:

  1. Mindestens zwei Wochen lang, fast täglich: abnorme depressive Stimmung während der meisten Zeit des Tages.
  2. Mindestens zwei Wochen lang, fast täglich: abnormer Verlust von Freude und allen Interessen während der meisten Zeit des Tages.
  3. Jugendliche Person, maximal 18 Jahre alt. Mindestens zwei Wochen lang, fast täglich: abnorm gereizte Stimmung während der meisten Zeit des Tages.

Eine natürliche Alternative zu SSRI ist das 5-HTP (5-Hydroxytryptophan). Es kann ungehindert die Blut-Hirn-Schranke überwinden und wird im Gehirn zu Serotonin umgewandelt.
Gegen Depressionen sollte die 5-HTP-Anfangsdosis 3 x 50 mg pro Tag betragen. Tritt die gewünschte Wirkung nach zwei Wochen nicht ein, kann die Dosis auf 3 x 100 mg erhöht werden. Am einfachsten gestaltet sich die Einnahme während des Essens.
Noch bevor die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer SSRI sich auf dem Psychopharma-Markt etablierten, wurde 5-HTP bei Depressionen verordnet. Heute gilt es als Nahrungsergänzungsmittel.

Unser Citalopram Fazit

Citalopram ist das am häufigsten verordnete Psychopharmakon und gehört zu den Antidepressiva der neueren Generation. Konkret gehört Citalopram zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI). Die SSRI verursachen weniger Nebenwirkungen und haben bei Überdosierung eine weniger toxische Wirkung als die älteren Mittel. Das Wort Psychopharmaka bedeutet „Arzneimittel der Seele“ und kommt aus dem Altgriechischen. Diese „Arzneimittel der Seele“ greifen in den Hirnstoffwechsel ein und verändern damit unser Empfinden und unsere Persönlichkeit. Und gerade deshalb kann der Wirkstoff Citalopram hilfreich sein bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen.
Bis der Körper an den Wirkstoff gewöhnt ist und sich der Serotonin-Spiegel aufgebaut hat, kann es bis zum stimmungsaufhellenden Effekt ungefähr zwei bis sechs Wochen dauern. Allerdings beginnen mit Einnahme des Medikamentes Citalopram zeitgleich die Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Konzentrationsstörungen, Nervosität oder Angststörungen. Obwohl die Patienten in den ersten Wochen schon aktiver werden, birgt die Zeit bis zur Stimmungsaufhellung die Gefahr von Kurzschlusshandlungen. In keinem Fall sollten eigenmächtig Änderungen an der Dosierung vorgenommen werden. Um die Gefahr von massiven Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, muss jeder Änderungswunsch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Denn auch beim Absetzen der Medikamente können die Entzugssymptome sehr schmerzhaft ausfallen. Doch in einer solchen Situation hilft Ihnen ihr Arzt, die Entwöhnungszeit gut zu überstehen.
Von dem Wirkstoff Citalopram ist bekannt, dass er das Suizidrisiko in den ersten Wochen erhöhen kann. Gerade bei entsprechend disponierte Patienten, die schon vorher mit dem Gedanken des Suizids gespielt hatten, besteht die Gefahr, dass sie sich in der Eingewöhnungsphase das Leben nehmen. Deshalb ist es wichtig, dass sich diese Patienten vertrauensvoll an ihren behandelnden Arzt wenden. Er wird sie dann durch die belastende Zeit begleiten und engmaschig betreuen.
Für die Einnahme von Citalopram stehen vier Dosierungen zur Verfügung: von 10 mg bis 40 mg Citalopram. Die Behandlung beginnt meistens einschleichend mit 10 mg Citalopram und wird dann, je nach Notwendigkeit, langsam gesteigert. Je mehr vom Wirkstoff Citalopram eingenommen wird, desto stärker machen sich Nebenwirkungen bemerkbar.
Weil Citalopram bei älteren Patienten (> 65 Jahre) langsamer in der Leber abgebaut wird, darf ihnen nur maximal die Hälfte der normalen Tagesdosis verabreicht werden, also höchsten 20 mg Citalopram.
Da Antidepressiva das Suizidrisiko bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre verdoppeln, sollte der Wirkstoff Citalopram nicht bei ihnen angewendet werden.
Wichtig:
Neben dem Suizidrisiko besteht auch ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle, denn SSRIs können die Schwelle für Krampfanfälle herabsetzen. Kommt es zu diesen Anfällen, sollte der behandelnde Arzt die Behandlung abbrechen. Bei Patienten mit instabiler Epilepsie sollten SSRIs nicht verordnet werden und Patienten mit kontrollierter Epilepsie sollten sorgfältig überwacht werden. Diese sollten die Antidepressiva absetzen, sobald die Häufigkeit von Krampfanfällen zunimmt. Auch wenn Patienten unter der Therapie in eine manische Phase geraten, sind SSRIs abzusetzen.

Der Autor hat die Informationen in diesem Text mit aller Sorgfalt zusammengetragen. Er übernimmt dennoch keine Verantwortung für die Richtigkeit der im Text gemachten Aussagen. Was die möglichen Nebenwirkungen betrifft, so sind in diesem Artikel längst nicht alle aufgeführt. Lesen Sie bitte hierzu die Gebrauchsinformation des Medikamentenherstellers.

Antidepressiva sollten nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Bitte halten Sie sich exakt an die von ihrem behandelnden Arzt vorgegebene Dosierung und verändern Sie diese nicht eigenmächtig. Setzen Sie das Präparat auch nicht ab, ohne vorher mit ihrem Arzt gesprochen zu haben.

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